Stuttgart/Wien, 8. Juni 2004. Das Radio, die Polizei und - allen voran - die
Institution der Ehe sind in Österreich die Gewinner von Europas größtem
Vertrauens-Test. Bundesregierung und Gewerkschaften landeten dagegen
auf den letzten Plätzen und gelten unter 14 untersuchten Institutionen als
am wenigsten vertrauenswürdig. Auch die Kirche steht auf den hinteren
Plätzen in der Vertrauenstabelle: Nur 37% der Österreicher schenken der
Kirche ein "sehr hohes" bzw. "ziemlich hohes" Vertrauen, drei Prozentpunkte
weniger als im Vorjahr. Dies teilte Reader's Digest in Wien mit, das die Studie in Österreich zum zweiten Mal durchführte.
Die Institution der Ehe genießt in Österreich überdurchschnittlich hohes
Ansehen. 77% der Österreicher sehen die Ehe als "sehr" bzw. "ziemlich"
vertrauenswürdig an. Die Polizei dagegen musste gegenüber dem Vorjahr
fünf Prozentpunkte abgeben und kam nunmehr auf Platz drei mit 71%. Damit
schob sich das Radio, das wie im Vorjahr auf 74% kam, auf Platz zwei der
Vertrauens-Tabelle. Das Radio ist die Mediengattung, der die Österreicher
das meiste Vertrauen entgegen bringen. Das Fernsehen folgt mit 55% auf
Platz acht, die Presse mit 47% auf Platz neun.
Die Bundesregierung trägt die rote Laterne, wenn's um das Vertrauen der
Bevölkerung geht. Lediglich ein knappes Viertel (23%) der Bevölkerung bringt
dem Kabinett von Bundeskanzler Schüssel ein "sehr hohes" bzw. "ziemlich
hohes" Vertrauen entgegen. Im Vorjahr waren es noch 30%. Mit diesem
Ergebnis liegt die österreichische Bundesregierung erneut unter dem
europäischen Durchschnitt. Allerdings gibt es Regierungen in Europa, die
noch geringere Vertrauenswerte erzielten: England (19%), Deutschland
(14%), Polen (9%) und die Tschechische Republik (7%).
Deutlich über dem europäischen Mittelwert liegt das Vertrauen der
Österreicher in den Euro. 59% der Österreicher bringen der
Gemeinschaftswährung ein "sehr hohes" bzw. "ziemlich hohes" Vertrauen
entgegen (Vorjahr 55%). Die Europäische Union kommt dagegen nur auf
34% und hat gegenüber dem Vorjahr neun Prozenpunkte verloren.
Einen großen Sprung nach oben machte die Post. Gegenüber dem Vorjahr
erzielte sie zwölf zusätzliche Prozentpunkte in der Vertrauenswertung und
kam mit einem Wert von 57% auf Platz sieben.
Die Gewerkschaften leiden europaweit unter Vertrauensentzug. In Österreich
erzielten die Gewerkschaften fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr und
landeten mit einem Wert von 29% auf dem zweitletzten Platz.
Wie Österreicher und Europäer ihren Institutionen vertrauen
Das Vertrauen in folgende Institutionen ist "sehr hoch" bzw.
"ziemlich hoch" [in %, Ergebnisse aus dem Vorjahr in Klammern]
| Ehe Radio Polizei Öffentliche Verkehrsmittel Euro Bundeswehr / Armee Post Fernsehen Presse Internationale Unternehmen Kirche Europäische Union Gewerkschaften (Bundes-) Regierung |
Österreich 77 (75) 74 (74) 71 (76) 63 (70) 59 (55) 57 (58) 57 (45) 55 (66) 47 (41) 44 (43) 37 (40) 34 (43) 29 (34) 23 (30) |
Europa 73 (73) 72 (74) 56 (59) 56 (53) 52 (53) 59 (59) 71 (69) 57 (62) 47 (47) 36 (35) 43 (46) 42 (45) 29 (31) 28 (33) |
Quelle: Reader's Digest European Trusted Brands 2004
Über die Studie
Die veröffentlichten Ergebnisse sind der aktuell größten europaweiten
Verbraucherstudie "Reader's Digest European Trusted Brands 2004"
entnommen. Zum vierten Mal hat die meistgelesene Zeitschrift der Welt das
Vertrauen der Menschen in 14 europäischen Ländern in Marken und
Institutionen ermittelt. Rund 30.000 Leser von Reader's Digest beteiligten
sich von September bis November 2003 an der Umfrage. In Österreich
nahmen mehr als 1.000 Leser teil. Die Ergebnisse wurden repräsentativ zur
jeweiligen Altersstruktur der Bevölkerung ermittelt. Die gewichtete Basis für
die Studie umfasst 28.067 Befragte in Europa, davon 976 in Österreich. Die
Studie wird jährlich durchgeführt. Ihre Ergebnisse finden weit über
Fachkreise hinaus Beachtung.
Erste Ergebnisse über die vertrauenswürdigsten Marken Österreichs wurden
bereits vor wenigen Tagen mitgeteilt. Demnach schenken die Österreicher
vor allem internationalen großen Marken wie Nokia, Nivea, Visa Card und
Persil das größte Vertrauen. Außerdem wurden erstmals Aon, Erste
Bank/Sparkasse, Odol, Recheis und Schlumberger zur
vertrauenswürdigsten Marke in ihrer jeweiligen Produktkategorie gewählt.
Eine Reihe weiterer Marken aus Österreich schaffte es, den Spitzenplatz aus
dem Vorjahr erfolgreich zu verteidigen: NÖM (Milchprodukte), OMV (Benzin),
Römerquelle (Erfrischungsgetränke/ Mineralwasser), Spitz (Spirituosen) und
Uniqa (Versicherungen). Bei den Automobilen ist Volkswagen in den Augen
der österreichischen Verbraucher weiterhin die vertrauenswürdigste Marke.
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