Stuttgart, 13. Mai 2004. Fußballtrainer und -manager kommen in Deutschland schlecht weg: Unter allen Ländern, die mit ihren Nationalmannschaften bei
der Europameisterschaft ab 12. Juni spielen, genießen die deutschen Trainer
und Manager das geringste Vertrauen der Bevölkerung. Dagegen erzielten
die Fußballschiedsrichter in einer Studie von Reader's Digest deutlich
bessere Werte. Die Feuerwehrleute wurden als Deutschlands
vertrauenswürdigster Berufsstand bestätigt. 97% der Deutschen haben den
Feuerwehrleuten Deutschland ein "sehr hohes" bzw. "ziemlich hohes"
Vertrauen ausgesprochen. Auf den weiteren Plätzen folgen wie im Vorjahr
Krankenschwestern, Piloten, Apotheker und Ärzte. Auf den letzten Plätzen
der Vertrauens-Rangliste landeten Politiker und Autoverkäufer. Die
Untersuchung, zum vierten Mal durchgeführt von Reader's Digest in 14
Ländern, ist Europas größte Verbraucherstudie.
Die Fußballtrainer und -manager kamen auf den viertletzten Platz der
Untersuchung mit einem Vertrauenswert von 19%. Damit liegen die
deutschen Trainer und Manager um elf Prozentpunkte unter dem
europäischen Durchschnitt von 30%. Nur in Polen, dessen
Nationalmannschaft nicht bei der EM spielt, schneiden die Lenker des
Ballsports schlechter ab (17%).
Große Unterschiede gibt es unter den EM-Teilnehmerstaaten beim Vertrauen
in Schiedsrichter. Während 48% der Schweizer und 43% der Deutschen den
Schiedsrichtern ein "sehr hohes" bzw. "ziemlich hohes" Vertrauen entgegen
bringen, sind es bei den Portugiesen nur 16%. In Portugal, Spanien, der
Tschechischen Republik und insbesondere auch in Russland vertrauen die
Menschen eher den Trainern und Managern als den Schiedsrichtern.
Die Feuerwehrleute landeten dagegen in den meisten Ländern Europas an
der Spitze. Lediglich in Großbritannien und Finnland zogen die
Krankenschwestern bzw. Piloten an den Feuerwehrleuten vorbei.
In Deutschland kamen sowohl die Feuerwehrleute als auch die
Krankenschwestern auf ihren Vorjahreswert von 97% bzw. 94%. Die Piloten
konnten sich dagegen nochmals verbessern und landeten mit 92% auf Platz
drei.
Die rote Laterne tragen wie im Vorjahr die Politiker (8%). Auch europaweit
sind Politiker mit nur 10% die Schlusslichter, wenn's ums Vertrauen geht.
Unter den 15 untersuchten Berufen büßten die Politiker in Deutschland mit
einem Rückgang um vier Prozentpunkte das meiste Vertrauen ein.
Im europäischen Trend liegt das steigende Vertrauen der Deutschen in die
Lehrer. Trotz anhaltender Diskussionen über den Reformbedarf unseres
Bildungssystems konnten sie um drei Prozentpunkte auf 59% zulegen. Auch
europaweit verbesserten die Lehrer ihren Vertrauenswert: von 73% auf
76%. Dennoch bleiben die deutschen Lehrer das Schlusslicht unter ihren
europäischen Kolleginnen und Kollegen. Traumnoten erreichten die Lehrer in
Finnland (89%), Belgien (86%) und den Niederlanden (85%).
Das Vertrauen in folgende Berufsgruppen ist "sehr hoch" bzw. "ziemlich
hoch" [in %. In Klammern die Werte des Vorjahres 2003. Nicht erhoben:
./.]
Feuerwehrleute
Krankenschwestern
Piloten
Apotheker
Ärzte
Taxifahrer
Lehrer
Rechtsanwälte
Fußballschiedsrichter
Reiseveranstalter
Werbegestalter
Fußballtrainer/-manager
Finanzberater, Analysten
Autoverkäufer
Politiker Deutschland
97 (97)
94 (94)
92 (90)
89 (89)
86 (85)
65 (62)
59 (56)
58 (56)
43 (./.)
35 (34)
22 (23)
19 (./.)
19 (20)
18 (17)
8 (12) Europa
95 (95)
88 (88)
90 (90)
89 (89)
83 (84)
53 (56)
76 (73)
47 (46)
37 (./.)
40 (40)
21 (19)
30 (./.)
30 (30)
10 (21)
10 (11)
Quelle: Reader's Digest European Trusted Brands 2004.
Über die Studie
Mit der Studie "Reader's Digest European Trusted Brands" ermittelt das
Magazin Reader's Digest die vertrauenswürdigsten Institutionen, Marken und
Berufe in 14 Ländern Europas. Rund 30.000 Menschen beteiligten sich von
September bis November vergangenen Jahres an der Umfrage, davon 8.100
allein in Deutschland. Die Ergebnisse wurden repräsentativ zur jeweiligen
Altersstruktur der Bevölkerung ermittelt. Damit ist die jährlich durchgeführte
Studie "Reader's Digest European Trusted Brands 2004" die aktuell größte
europaweite Verbraucheruntersuchung, teilte Reader's Digest Deutschland in
Stuttgart mit. Ihre Ergebnisse finden weit über Fachkreise hinaus Beachtung.
Erste Ergebnisse über die vertrauenswürdigsten Marken wurden bereits
veröffentlicht. Markenklassiker wie AOL, Asbach, Aspirin, Miele, Nivea,
Persil, Schwarzkopf, Siemens, Sparkasse und TUI haben auch in der
Neuauflage von Europas größter Verbraucherstudie klar die Nase vorn und
genießen das meiste Vertrauen der Deutschen. Allerdings haben die
Traditionsmarken der Hersteller das Vertrauen der Konsumenten nicht
gepachtet: Noch nie zuvor haben die Deutschen eine so große Vielzahl von
Marken als die für sie persönlich vertrauenswürdigsten angesehen. Damit
wird es selbst für Marken-Klassiker immer aufwändiger, ihre Spitzenposition
auf Dauer zu halten. Gleichzeitig haben die als günstiger geltenden
Handelsmarken ihren Platz in der Gunst der Verbraucher erobert - allen voran Aldi.
Über Reader's Digest
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Für Interviews steht Solvey Friebe, Projektleiterin für die Studie bei Reader's
Digest Deutschland, gerne zur Verfügung. Ab sofort gibt es auch die
Executive Summary der Studie.
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