Stuttgart, 06. November 2008 – Aus heutiger Sicht beinahe unvorstellbar: Nach dem Zweiten Weltkrieg floh der Kriegsgefangene Clemens Forell zu Fuß von Sibirien durch die Sowjetunion, den Iran, die Türkei, Bulgarien, Jugoslawien und Österreich nach Deutschland – dabei legte er über 14.000 Kilometer zurück und erreichte seine Heimat erst nach vielen Jahren. Die unglaubliche, aber wahre Geschichte des Oberleutnants Forell wurde als Buch ein Welterfolg und in 15 Sprachen übersetzt. Jetzt präsentiert Reader’s Digest die Erlebnisse des Clemens Forell als Hörbuch So weit die Füße tragen auf sechs CDs, vorgetragen von Bernhard Bettermann, dem Hauptdarsteller des gleichnamigen Kinofilms.
Plastisch und einprägsam trägt der international renommierte Theater- und Filmschauspieler Bernhard Bettermann die Odyssee des deutschen Oberleutnants Clemens Forell durch das menschenfeindliche Sibirien vor. Forell hieß im wirklichen Leben Cornelius Rost, doch der weigerte sich zeitlebens, seinen Namen preiszugeben – aus Angst vor dem KGB, dem Geheimdienst der Sowjetunion.
Nachdem er die Schrecken des Krieges überlebt hat, wird der junge Mann am 24. Oktober 1945 in einem Massenurteil zu 25 Jahren Zwangsarbeit am Kap Deschnjow, dem östlichsten Punkt des eurasischen Festlands, verurteilt. Hautnah erlebt der Hörer, wie die Gefangenen in engen Eisenbahnwaggons gepfercht ins Straflager transportiert werden, den Hunger, die Kälte und die Erschöpfung bei der Zwangsarbeit im Bleibergwerk fernab jeder Zivilisation. Allein die zweimonatige „Anreise“ überlebt nur jeder Dritte. Den sicheren Tod vor Augen, entschließt sich Forell zur Flucht. „Live“ ist der Hörer dabei, wie er sich allen Prüfungen, Entbehrungen und Gefahren zum Trotz durchschlägt und mit viel Glück und Geschick tatsächlich 1952 in die Heimat zurückkehrt. Seine Geschichte vertraut Cornelius Rost alias Clemens Forell dem Journalisten Josef Martin Bauer an. Das Fluchtdrama erscheint im September 1955 und ist eine Sensation in der noch jungen Bundesrepublik. Als mehrteilige Serie schreibt der Roman Fernsehgeschichte, 2001 dient er als Vorlage für einen großen Kinofilm.
Ob zu Hause oder unterwegs im Auto, das aufwühlende Fluchtdrama öffnet den Nachgeborenen ein Fenster in eine Zeit und Welt, die sonst für immer verschlossen bliebe. Denn auch in Geschichtsbüchern wird dieses düstere Kapitel der Nachkriegsgeschichte kaum behandelt. Insgesamt sollen bis 1991 circa 39 Millionen Menschen in den Lagern der Sowjetunion ums Leben gekommen sein.
Bis wann das grausame System Gulag Bestand hatte, wie der Alltag in den Arbeitslagern aussah, wer Clemens Forell war und warum er seine wahre Identität verbarg – darüber informiert die beiliegende 24-seitige Broschüre Schicksal Sibirien in allen Einzelheiten, illustriert mit historischem Bildmaterial sowie Szenenfotos aus dem Kinofilm.
So weit die Füße tragen, sechs CDs, Preis 39,90 Euro inkl. Versand (Deutschland/Österreich), Artikelnummer: 081 610.
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