Stuttgart, 26. Januar 2004. Die Bereitschaft der Deutschen zur Organspende
wird durch die Sorge vor dem Missbrauch beeinträchtigt. Wie das
Meinungsforschungs-institut Emnid im Auftrag des Magazins Reader's Digest
Deutschland heraus-gefunden hat, stimmen 63 Prozent der Deutschen zu,
wenn man ihnen nach dem Tod Organe für eine Transplantation entnimmt.
Gut jeder dritte Befragte (38 Prozent) befürchtet aber, dass er von den
Ärzten zu früh für tot erklärt wird, wenn er einen Spenderausweis bei sich
trägt.
Reader's Digest berichtet in seiner Februar-Ausgabe über die Ergebnisse der
repräsentativen Umfrage, die unter 1000 Deutschen vorgenommen wurde.
Demnach ist bei den 40- bis 49-Jährigen die Zustimmung zu einer
Transplantation mit 71 Prozent am höchsten. Von den über 60-Jährigen
würden dagegen nur 59 Prozent nach ihrem Tod anderen ein Organ
überlassen.
Aus Sicht der "Deutschen Stiftung Organtransplantation" ist die Angst
"absolut unbegründet", wie Heiner Smit, Bevollmächtigter des Vorstandes,
betont: "Alle ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen am Unfallort und im
Krankenhaus haben zum Ziel, das Überleben des Patienten zu sichern und
seine Gesundheit wiederherzustellen." Zudem schreibe der Gesetzgeber vor,
dass zwei Fachärzte unabhängig voneinander vor einer Transplantation den
Hirntod des Patienten feststellen müssen.
Die "Deutsche Stiftung Organtransplantation" will deshalb ihre
Aufklärungsarbeit weiter intensivieren, um für noch mehr Vertrauen zu
werben. Denn Emnid hat in der Umfrage herausgefunden, dass 67 Prozent
der Deutschen durchaus mit der geltenden gesetzlichen Regelung
einverstanden sind, wonach die Organe eines Toten nach dem ärztlichen
Befund nur dann entnommen werden dürfen, wenn der Verstorbene einen
Spenderausweis hatte oder nach dem Tod des Patienten seine Angehörigen
der Entnahme zustimmen.
Keine Mehrheit fand in der Umfrage hingegen die so genannte
Widerspruchslösung, wie sie in Österreich praktiziert wird. Sie besagt, dass
eine Organspende erlaubt ist, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten dem nicht
widersprochen hat. Diese Lösung hielten in der Umfrage nur 17 Prozent für
richtig.
Nach wie vor mangelt es an Organspendern. So berichtet Reader's Digest,
dass in Deutschland pro Jahr rund 900 Herzen benötigt werden, zum Beispiel
im Jahr 2002 jedoch nur 395 transplantiert werden konnten. Der Grund: Nur
ganz wenige Verstorbene kommen überhaupt für eine Organspende in
Frage. "Die Voraussetzungen liegen nur bei etwa 1 bis 2 Prozent aller
Todesfälle vor", so Smit.
Hinweis:
Informationen zum Thema Organspende erhalten Sie unter der
gebührenfreien Rufnummer 0800 9 04 04 00. Spenderausweise und
Broschüren verschickt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung,
Ostmerheimer Str. 220, 51109 Köln, Fax (0221) 89 92-257,
www.organspende-kampagne.de. Spenderausweise sind ferner in vielen
Apotheken, Arztpraxen und Krankenhäusern erhältlich.
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die Februar-Ausgabe von Reader's Digest
Deutschland ist an zentralen Kiosken erhältlich.
Kontakt:
Reader's Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH, Öffentlichkeitsarbeit,
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