Stuttgart, 24. November 2003. Fernseh-Starkoch Alfred Biolek ("Alfredissimo") mag weder Brokkoli noch Blumenkohl besonders gern, isst auch schon mal
eine Currywurst auf der Hand und räumt ein, immer mal wieder auch Instant-
Brühen zu verwenden. In einem Interview mit dem Magazin Reader's Digest
Deutschland (Dezember-Ausgabe) verrät der 69-Jährige einiges über seine
Vorlieben in der Küche: "Nur gesund essen, ist mir zu genussfeindlich", oder:
"Mir müssen Sie kein Drei-Sterne-Menü vorsetzen, um mich glücklich zu
machen." In jedem Fall: "Nicht dogmatisch."
Ursprünglich hätte Biolek nach dem Jura-Studium die Anwaltskanzlei seines
Vaters übernehmen sollen. Statt dessen ging er als Jurist in die
Rechtsabteilung des ZDF, ehe er Produzent und Moderator von so
erfolgreichen Fernsehsendungen wie "Mensch Meier", "Bios Bahnhof" und
"Boulevard Bio" wurde. Denn: "Ich hatte ein gewisses Talent für den Auftritt,
und ich hatte eine gewisse Neigung, im Mittelpunkt zu stehen", sagt Biolek
über Biolek.
Hauptberuflicher Koch zu werden, hat den erfolgreichen TV-Mann aber nie
gereizt: "Kochen ist für mich Leidenschaft und Entspannung. Das Schöne ist
das Lust-Kochen, wann man will, freiwillig." Die Leidenschaft übrigens hat er
von seiner Mutter geerbt. Seit neun Jahren gehört seine Show "Alfredissimo",
in der der frühere Showmaster mit Prominenten am Herd steht, zu den
erfolgreichsten Sendungen dieser Art im deutschen Fernsehen. Im Gespräch
mit Reader's Digest gibt Biolek zu: "Ich bin ein Rezept-Kocher." Zwar variiere
er schon mal, aber: "95 Prozent koche ich nach Rezept."
"Jetzt weiß ich wie Gras schmeckt" Dabei verfolgt Biolek eine, wie er sagt,
"gewisse Frische-Philosophie". Beim Einkauf achtet er auf heimische
Produkte, obwohl er auch tiefgefrorene Himbeeren, Spinat aus der Kühltruhe
oder geschälte Tomaten aus der Dose ("Die sind teilweise besser als
frische.") verwendet: "Ich bin da gar nicht pingelig." In anderer Hinsicht ist
der Kochkünstler aber wählerisch. Im Vergleich zu frischem lehnt er
eingeschweißten Rucola kategorisch ab. "Der verschweißte Rucola schmeckt
nach Gras, authentisch nach Gras. Jetzt weiß ich endlich, wie Gras schmeckt",
sagt der TV-Koch. Sein Motto: "Im Prinzip esse ich gerne einfach, und vom
Einfachsten das Beste."
Spagetti sind eine Art heimliches Lieblingsgericht - und zwar "al dente, mit
etwas Butter, ein paar Salbeiblättern, frisch geriebenem Parmesan und
Pfeffer aus der Mühle". Bioleks Tipp: Reichlich Wasser für die Spagetti, und
niemals Öl ins Kochwasser kippen. Den Schuss Öl erst hinzugeben, wenn die
Nudeln abgegossen und mit heißem Wasser abgespült sind.
Das Reader's Digest Weihnachts-Menü, ausgewählt von Afred Biolek
Für Reader's Digest hat Alfred Biolek in diesem Jahr ein Weihnachtsmenü
zusammengestellt. Grundlage dafür waren Rezepte, die die Leserinnen und
Leser dem Magazin eingesandt hatten. Die auserwählte Menüfolge lautet:
Spinat-Roulade mit Krabben und Lachs, Feiner Borschtsch, Rehkeule auf
winterliche Art mit böhmischen Knödeln, dazu gefüllte Äpfel mit Ingwer-
Rotkraut und zum Nachtisch Schneenockerln. Wer lieber auf Fleisch
verzichtet, kocht die Rote Lasagne nach Art der Großmutter. Alle Rezepte mit
einfacher Kochanleitung sind in der Dezember-Ausgabe von Reader's Digest
Deutschland nachzulesen.
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