Stuttgart, 21. Oktober 2004. 15 Jahre nach dem Fall der Mauer glauben mehr als ein Viertel der Ostdeutschen wie der Westdeutschen (je 28 Prozent),
dass sich ihre Lebensumstände seither verschlechtert haben. Und für knapp
die Hälfte der Menschen in den neuen Bundesländern (47 Prozent) ist eine
Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West nicht absehbar,
was ein knappes Viertel der Westdeutschen (22 Prozent) genauso
einschätzt. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag von Reader's Digest
Deutschland. Im September befragte das Institut 1316 Personen ab 14
Jahren - 795 im Westen und 521 im Osten, wodurch die Umfrage als jeweils
repräsentativ gilt.


Bis zur wahren Einheit in Deutschland ist es noch ein langer Weg. Immerhin,
41 Prozent aller Deutschen erwartet die Angleichung der Lebensverhältnisse
zwischen Ost und West in den nächsten 10 Jahren; nur 4 Prozent sehen sie
als bereits erreicht an. Diese Zahlen spiegeln vor allem den Blick aus dem
Westen wider. Die Wahrnehmung der Ostdeutschen ist sehr viel
pessimistischer (oder realistischer): Die Angleichung ist bereits erreicht,
sagen 2 Prozent (West: 5 Prozent); sie wird innnerhalb der nächsten 10
Jahre erreicht, glauben 25 Prozent (West: 44). Innerhalb der nächsten 20
Jahre erwarten dies jeweils 22 Prozent; für nicht absehbar halten die
Angleichung 47 Prozent im Osten und 22 im Westen.


56 Prozent der Gesamtbevölkerung sagen, ihre persönlichen
Lebensumstände hätten sich durch die Wiedervereinigung nicht geändert. Im
Osten teilt aber nur eine relative Mehrheit von 35 Prozent diese Meinung. 28
Prozent der Ostdeutschen meinen, ihre persönliche Situation wäre ohne
Wiedervereinigung schlechter. Aber ebenfalls 28 Prozent glauben, sie wäre
besser, wenn die Mauer nicht gefallen wäre. Dies sehen auch im Westen 28
Prozent der Befragten so. Jedoch sind dort nur 4 Prozent der Überzeugung,
ohne Wiedervereinigung ginge es ihnen heute schlechter. Besonders
belastet durch die Wiedervereinigung fühlt sich im Westen die Altersgruppe
zwischen 40 und 49 Jahren: 48 Prozent machen sie für eine Verschlechterung
ihrer Situation verantwortlich.


Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die November-Ausgabe von Reader's Digest ist
ab dem 25. Okober 2004 an zentralen Kiosken erhältlich.


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