Stuttgart, 21. Mai 2004. Neues Auto, neuer Fernseher, neue Waschmaschine,
dazu noch der geplante Urlaub: Immer mehr Menschen nehmen dafür einen
Kredit auf. Das Leben auf Pump kann allerdings gefährlich werden. Reader's
Digest gibt in seiner Juni-Ausgabe deshalb Ratschläge, wie jeder seine
Schulden in Schach halten kann. Die zentrale Regel: Die Belastungen dürfen
auf keinen Fall höher sein als die Einnahmen. Und: Seien Sie ehrlich zu sich
selbst.


Die Rechnung ist einfach: Wer laufende Forderungen nur durch eine erneute
Verschuldung erfüllen kann und dafür zum Beispiel sein Girokonto überzieht,
der sitzt bereits in der Schuldenfalle. Experten raten deshalb dazu, einen
Haushaltsplan aufzustellen oder ein Haushaltsbuch zu führen. Darin sollte
man Monat für Monat die Einnahmen (wie Nettogehalt, Kindergeld,
Nebeneinkünfte usw.) den Ausgaben (Miete, Telefon, Strom, Sprit,
Versicherungen) gegenüberstellen. Was unter dem Strich übrig bleibt, kann
für die Abzahlung eines Kredits verwendet werden.
 

Aber dennoch gilt: Man sollte nicht zu knapp kalkulieren und sich stets
Spielraum lassen. Solche finanziellen Reserven sind nötig, um in Notfällen -
zum Beispiel, wenn die Spülmaschine kaputt geht - noch handeln zu können.
"Unerwartete Zusatzausgaben oder ausbleibende Einnahmen sind häufig die
Auslöser einer Überschuldung", warnt Marius Stark von der deutschen
"Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung". Auch Faktoren wie Jobverlust,
Krankheit oder Trennung vom Partner können "ein ohnehin wackliges
Finanzgerüst" schnell zum Einsturz bringen.


Wer sich nicht sicher ist, ob die Haushaltskasse eine Kredittilgung noch
verträgt, der kann sich selbst testen: Die eingeplante Rate drei Monate
Probe halber zur Seite legen. Und dann gilt: Wer sich in diesem Zeitraum
stark einschränken muss, sollte den Kredit nicht aufnehmen und die
Investition aufschieben.


Jenen, die die Anschaffung trotzdem wagen und dann unter der finanziellen
Belastung leiden, wird geraten, so schnell wie möglich eine Beratungsstelle
aufzusuchen. Derzeit gibt es in Deutschland rund 1000 Stellen solcher Art,
die den Betroffenen kostenlos weiterhelfen. Träger dieser Einrichtungen sind
Kommunen, Verbraucherzentralen sowie Wohlfahrts- und kirchliche
Verbände. In Österreich gibt es 15 Schuldnerberatungen mit 32
Beratungsstellen, die von der öffentlichen Hand oder Vereinen getragen
werden. Schuldnerberater helfen nicht nur, die Existenz zu sichern, sie
versuchen auch, dass mit dem Gläubiger möglichst eine außergerichtliche
Lösung erreicht wird, was immerhin in 40 Prozent der Fälle (Deutschland)
bzw. einem Drittel der Fälle (Österreich) gelingt. Also: keine falsche Scham.
Denn, so Marius Stark: "Unsere Mitarbeiter richten nicht, sondern bieten
konkrete Hilfe an."


Wer in Deutschland eine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen möchte,
erhält beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in
Berlin (Telefon: 01805 / 32 93 29) eine Liste über die Beratungsstellen in der
unmittelbaren Nähe des Wohnortes. Über diese Hotline kann man auch die
kostenlose Broschüre "Was mache ich mit meinen Schulden?" anfordern.
Weitere Informationen gibt's im Internet unter www.forum-schuldnerberatung.de.


Rat Suchende in Österreich wenden sich an die Dachorganisation der
Schuldnerberatung in Linz, Telefon: 0732 / 65 65 99. Infos im Internet gibt es
unter: www.schuldnerberatung.at


Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juni-Ausgabe von Reader's Digest
Deutschland bzw. Reader's Digest Österreich ist ab dem 24. Mai 2004
an zentralen Kiosken erhältlich.
 

Bei Rückfragen (am Freitag, 21. Mai 2004, nur über Mobiltelefon):
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