Stuttgart, 21. Juni 2004. In Europa genießen die Deutschen kaum
Sympathien. Das Magazin Reader's Digest hat 4000 Menschen in 19 EU-
Ländern befragt, was sie von den Menschen in anderen europäischen
Ländern halten. Demnach sind die Italiener in Europa unangefochten am
beliebtesten, die Briten haben den größten Humor, die Holländer sind
besonders tolerant. Und die Deutschen? Die wenigsten mögen die
Deutschen, zudem gelten sie als die Unfreundlichsten, aber mit Abstand als
die Tüchtigsten.
In seiner Juli-Ausgabe berichtet das Magazin ausführlich über die Umfrage.
Eines wird dabei schnell klar: Europäer haben eine Schwäche für Italien.
Nicht nur wegen der guten Küche, was 40 Prozent als wichtigen Faktor
hervorhoben, womit Frankreich (23 Prozent) deutlich geschlagen wurde.
Italien gilt auch als das Land, in dem die meisten Befragten am liebsten
wohnen würden, dessen Bürger sie gerne wären und von dem 34 Prozent
sagen, Italiener hätten den größten Sexappeal. Auf Platz zwei der
Beliebtheitsskala kommt Spanien, gefolgt von Frankreich. Den Schluss bei der
Frage "Welches Volk in Europa ist Ihnen am sympathischsten?" bilden Polen,
Russland, Ungarn und die Slowakei.
Der Popularitätswert für Deutschland lässt zu wünschen übrig. 22 Prozent
der Europäer geben an, sie würden die Deutschen am wenigsten mögen. Vor
allem die laute und oftmals nationalistische Art stößt vielen in Europa
offenbar auf. Insgesamt elf Länder erklärten Deutschland zum Antipathie-
Träger Nummer eins. Auch bei der Frage "Welche Europäer sind am
unfreundlichsten?" kommt Deutschland mit 27 Prozent auf den unrühmlichen
Spitzenplatz. In Sachen Fleiß beschert die Umfrage den Deutschen hingegen
Bestnoten. Trotz der momentanen wirtschaftlichen Probleme halten 45
Prozent der Befragten die Deutschen noch immer für die tüchtigsten
Europäer. Hier folgt - mit großem Abstand - die Schweiz auf Rang zwei mit elf
Prozent.
In Großbritannien werden die Menschen dafür am meisten zum Lachen
gebracht. Immerhin 30 Prozent sagen, die Engländer hätten den größten
Humor. Hier muss sich Italien (15 Prozent) mit Platz zwei begnügen.
Großbritannien holt auch bei einer anderen Frage noch den Spitzenplatz. 28
Prozent sind der Auffassung, das Volk von der Insel habe sich am meisten um
die Welt verdient gemacht. Hier folgt Deutschland auf Platz zwei mit 21
Prozent, Dritter ist Frankreich mit 13 Prozent. Die Niederländer gelten dafür
als besonders aufgeschlossen, z. B. gegenüber Themen wie Sex und Drogen.
In dieser Kategorie erreichen sie mit 21 Prozent klar Platz eins, weit
abgeschlagen folgen Schweden (zehn Prozent) sowie Frankreich,
Deutschland und Italien (jeweils acht Prozent).
Reader's Digest hat aber in der Umfrage nicht nur die europäischen
Nachbarländer bewerten lassen, auch die Lieblingsstadt wurde gesucht.
Klarer Sieger mit 25 Prozent wurde Paris, gefolgt von London und Rom mit
jeweils 13 Prozent, Prag und Barcelona (je sechs) und Venedig (fünf).
In den Monaten März und April 2004 hat Reader's Digest 4000 Menschen in
19 europäischen Ländern befragt. Jedes Interview bestand aus zwölf
Fragen. Die 200 Interviews in Deutschland wurden als Passantenbefragung
in Berlin und München durchgeführt. Wegen der Zahl der Interviews erhebt
die Befragung keinen Anspruch auf Repräsentativität. Die Ergebnisse sind
allerdings so eindeutig, dass Trend-Aussagen zulässig sind.
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juli-Ausgabe von Reader's Digest ist ab
28. Juni an zentralen Kiosken erhältlich.
Für Radiosender gibt es O-Töne von Redakteur Michael Kallinger zum Download.
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