Stuttgart, 21. Oktober 2005. Ist die Vogelgrippe noch zu stoppen? Seit Tagen wächst bei Gesundheitsexperten die Sorge, dass das tödliche Virus H5N1 demnächst auch Länder wie Deutschland und Österreich heimsucht. Das Magazin Reader's Digest geht deshalb in seiner November-Ausgabe der gefährlichen Krankheit auf die Spur, erklärt ihre Ursprünge und zeigt auf, was man tun kann, um das Ansteckungsrisiko zu mindern.

 

Was sich derzeit von Asien aus in Form der Vogelgrippe breit macht, ist keineswegs vergleichbar mit der typischen Herbst-Winter-Grippe, die alle Jahre wieder auch hier zu Lande auftritt. Bei der Vogelgrippe handelt es sich vielmehr um eine gefährliche Grippevariante, die erstmals 1997 in Asien aufgetaucht ist und sich damals als Geflügelpest entpuppte. In Hongkong starben damals sechs Menschen daran, rund 1,5 Millionen Hühner wurden getötet. Damit war zwar die Seuche eingedämmt, der Erreger H5N1 aber nicht. Immer wieder wurde er in den folgenden Jahren in asiatischen Ländern registriert, ehe sich das Virus im April dieses Jahres in Zentralchina plötzlich rasend schnell ausbreitete.

 

Seitdem rückt die Seuche immer näher an Europa heran. Inzwischen haben auch die Behörden in Deutschland und Österreich einen entsprechenden Katastrophenvorsorgeplan erarbeitet. Morgen, Samstag, tritt in Deutschland die Eilverordnung in Kraft, die für das gesamte Bundesgebiet die Haltung in Ställen anordnet. Wichtig ist: Wer sich in diesen Tagen von seinem Arzt gegen die typische Herbst-Winter-Grippe impfen lässt, ist nicht automatisch gegen die Vogelgrippe geschützt. Erschwerend kommt hinzu: Weltweit können gegenwärtig nur 300 Millionen Einheiten des Impfstoffs pro Jahr hergestellt werden, das reicht nur für jeden 20. Menschen.

 

Wer also in naher Zukunft privat oder beruflich nach Asien oder Südosteuropa reist, sollte sich beim Auswärtigen Amt in Berlin (Tel.: 030 / 5000-0) oder beim Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten in Wien (Tel.: 05 / 01150-4411) aktuelle Informationen über die Verbreitung der Vogelgrippe besorgen. Noch wird nicht von bestimmten Reisezielen abgeraten, aber dennoch gibt es einige grundsätzliche Regeln, die zu beachten sind: Man sollte den Kontakt zu lebendem oder totem Geflügel vermeiden. Deshalb empfiehlt sich auch nicht der Besuch auf Vogelmärkten. Und: Wer Hühnerfleisch oder Eier essen möchte, sollte dies nur tun, wenn beides ausreichend gekocht wurde, da das Virus bei 70 Grad abgetötet wird.

 

Woran erkennt man die Vogelgrippe? Typische Symptome sind plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39 Grad, dazu Schüttelfrost, Muskelschmerzen, eine allgemeine Schwäche, Hals- und Kopfschmerzen sowie Husten und Atemnot. Wer annimmt, mit dem Virus infiziert zu sein, muss deshalb umgehend einen Arzt informieren.

 

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die November-Ausgabe von Reader’s Digest ist ab 24. Oktober an zentralen Kiosken erhältlich. 

 

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