Stuttgart, im April 2003. Wie erkennt man frühzeitig die Gefahr eines
drohenden Herzinfarktes? Welche auffälligen Symptome für Diabetes gibt es? Was deutet auf eine Parkinson-Krankheit hin? Auf solche und ähnliche Fragen gibt das Magazin Reader's Digest Deutschland eine Antwort. In der April-
Ausgabe werden anerkannte Gesundheitstests zu fünf weit verbreiteten
tückischen Leiden angeboten. Das Ziel: Jedermann kann mit Hilfe eines
Fragebogens selbst herausfinden, wie groß sein Risiko für bestimmte
Krankheiten ist.
Nik Koneczny, Facharzt für Innere Medizin, von der Universität Witten-
Herdecke sieht in der Selbst-Inspektion eine grundsätzliche Chance: "Sie
stärkt die Verantwortung für die eigene Gesundheit." Wer sich intensiv
beobachte, werde auf Verhaltensweisen aufmerksam, die ihm womöglich
vorher nicht bewusst waren. "Dieses Wissen kann Leben retten", betont der
Arzt. So lautet das Fazit: Je früher ein Leiden diagnostiziert wird, desto
größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es der Arzt gut behandeln kann.
Unter dem Titel "Wie gesund sind Sie?" bietet das Magazin ausgewählte
Selbst-Tests an. Leicht verständliche Fragen sollen dazu beitragen,
die Verbraucher über potenzielle Krankheitsbefunde aufzuklären und sie
rechtzeitig zu einem Arztbesuch zu bewegen. Beispiel: die Herz-Kreislauf-
Erkrankungen. Jährlich erleiden 280.000 Menschen in Deutschland einen
Herzinfarkt, 185.000 von ihnen sterben daran. Experten sagen schon lange:
Wer einen bestimmten Lebenswandel hat, vergrößert damit automatisch sein
Risiko. Und so werden im Fragebogen nicht nur Faktoren wie Körpergewicht
und Stress abgefragt, sondern gefordert sind auch Aussagen zur sportlichen
Betätigung, zum Rauchen, zu Blutfettwerten und zu verwandtschaftlichen
Vorbelastungen.
Ähnlich detailliert sind die Fragen beim Selbst-Test Alkohol sowie beim Risiko-
Check Diabetes aufgebaut. Zwei Krankheiten, die sich in Deutschland weiter
ausbreiten. Derzeit sind hier zu Lande rund 1,6 Millionen Menschen vom
Alkohol abhängig, mehr als neun Millionen Menschen trinken so viel, dass sie ihre Gesundheit gefährden. Und 6,5 Millionen Menschen werden wegen
Diabetes behandelt. Längst ist klar: Die Lebenserwartung von Alkoholikern
sinkt. Und so lässt sich mit dem jeweiligen Fragebogen der Alltag Stück für
Stück analysieren, um mögliche Gefahren aufzuspüren. Wer zum Beispiel
beim Diabetes-Test ankreuzt, dass er "in letzter Zeit vermehrt Durst" hat, oft
"sehr müde ist" und aus unerklärlichen Gründen "Gewicht verloren hat",
bekommt zwar viele Punkte, sollte nach der Endabrechnung aber eigentlich
einen Arzt aufsuchen, weil er als potenziell zuckerkrank gelten könnte.
Ähnliches gilt auch für die beiden anderen Selbsttests, die Reader's Digest
anbietet: zum einen die Frage nach Depressionen, zum anderen die
Früherkennung der Parkinson-Krankheit. Zwei Leiden, die oft im Verborgenen
bleiben. Dabei müssen in Deutschland rund vier Millionen Menschen mit
Depressionen fertig werden, wobei nur wenige von ihnen in Behandlung
sind. Der Test hilft Verbrauchern, mögliche Symptome rechtzeitig zu
erkennen. Wer zum Beispiel dauerhaft unter "Schwunglosigkeit und bleierner
Müdigkeit" leidet, oft "starke Schuldgefühle" verspürt und "vermindert
Appetit" hat, gilt als gefährdet. Auch im Bereich der Parkinson-Krankheit gibt
es Anzeichen, die einen Arzt-Besuch ratsam erscheinen lassen. Wer
"zitternde Hände" registriert, obwohl sie entspannt aufliegen, wer "häufig
stolpert oder stürzt", wer immer wieder "Schmerzen im Nacken-
Schultergürtel-Bereich" verspürt und wessen Schrift sich "verkleinert", gehört
möglicherweise zu jenen 100.000 Menschen in Deutschland, die an Parkinson
leiden, dies aber gar nicht wissen.
Doch ein Selbst-Test ersetzt nicht den Arzt. "Eine genaue Diagnose kann nur
der Arzt mit präziseren Fragen und körperlichen Untersuchungen erstellen",
betont Hans-Jörge Freese, Sprecher der Bundesärztekammer.
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