Stuttgart, 22. Juli 2004. Die große Mehrheit der Deutschen hat keine
Bedenken, wenn bei Pass-Kontrollen künftig auch so genannte biometrische
Daten abgefragt werden. So wären 86 Prozent bereit, ihren Fingerabdruck
überprüfen zu lassen, 71 Prozent würden es akzeptieren, wenn eine
Kontrolle der Augen anhand der Iris stattfindet. Das ergab eine
repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag
von Reader's Digest Deutschland. Wie das Magazin in seiner August-Ausgabe berichtet, sehen 68 Prozent der Deutschen in einer solchen Erweiterung des
klassischen Ausweises einen wirksamen Beitrag zur internationalen
Bekämpfung des Terrorismus.
Vor allem die USA haben in den vergangenen Jahren massiv auf den
Reisepass der Zukunft gedrängt. In seinem äußeren Erscheinungsbild
unterscheidet er sich kaum vom Aussehen jetziger Ausweise. Der kleine
Unterschied: Ein dünner Mikrochip, der zusätzlich in das Dokument
eingearbeitet wird, ist Datenspeicher und Datenübermittler zugleich. Auf
diese Weise können bei einer Kontrolle die abgespeicherten biometrischen
Daten des Passinhabers mit denen der zu kontrollierenden Person verglichen
werden.
Was die Kritiker als entscheidenden Schritt zum gläsernen Menschen werten,
wäre für die meisten Bürger offenbar kein Problem. So sagten 68 Prozent der
Befragten aus, sie würden eine solche Überprüfung der biometrischen Daten
auch am Bankautomaten akzeptieren. Besonders interessant: Je älter die
Befragten waren, desto größer war ihr Vertrauen in die Biometrie. Hingegen
nahm die Zustimmung zur neuen Ausweistechnik ab, je höher der
Bildungsabschluss ist. Auffällig auch: Frauen stehen der neuen Form der
Kontrolle deutlich aufgeschlossener gegenüber als Männer.
Auch Gesicht als "Ausweis" denkbar
Dabei sind der Fingerabdruck und die Iris-Kontrolle nur zwei Beispiele, wie
der Pass mit zusätzlichen Prüfungsmerkmalen ergänzt werden kann.
Daneben besteht auch die Möglichkeit der Gesichtserkennung, bei der
markante Merkmale wie Auge, Nase oder Mund mit den Daten des
abgespeicherten Referenzbildes abgeglichen werden. Der Haken hierbei:
Veränderte Lichtverhältnisse und Brillen erschweren die Erkennung. Rolf
Würtz vom Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Uni Bochum weist in
Reader's Digest zudem auf den Zeitfaktor hin: "Schwierig wird es, wenn die
Bilder zu weit auseinander liegenden Zeiten aufgenommen worden sind."
Auch in der Freizeit könnte es künftig Vorteile bringen, wenn man den Körper
als Ausweis nutzen kann. In einem Heilbronner Biergarten können
Stammgäste ein Guthaben hinterlegen und dürfen dann fortan mit ihrem
Daumen bezahlen. Inline-Skater und Walker können auf diese Weise
einkehren, ohne Geld mitnehmen zu müssen.
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die August-Ausgabe von Reader's Digest ist ab
dem 26. Juli 2004 an zentralen Kiosken erhältlich.
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