Stuttgart, im Dezember 2002. Er ist der Schwarm vieler Mädchen und Frauen,
er ist das Vorbild für junge Sportler und er war der Überflieger der letzten
Saison. Trotzdem ist Skispringer Sven Hannawald nicht abgehoben. In einem
Gespräch mit dem Magazin Reader's Digest (Januar-Ausgabe) gewährt der
28-jährige Athlet erstmals ungewohnte Einblicke in sein Seelenleben: "Ein
Sprung vom Dreimeter-Brett macht mir mehr Angst. Da falle ich wie ein Stein
aufs brettharte Wasser." Und beim Skispringen? "Da schwebe ich auf einem
Luftpolster und kann mich auf meine Technik verlassen."
Mit seinem Sieg bei der Vierschanzen-Tournee im Winter 2001/2002 hatte
sich der gebürtige Sachse in die Herzen der Zuschauer gesprungen. Da gab
es Tage, an denen schon mal 300 bis 400 Zuschriften in seiner Wahlheimat
Hinterzarten für ihn ankamen. "Natürlich nehme ich meine Fan-Post ernst",
sagt Hannawald. Oft bleibt ihm dafür aber kaum Luft, das Training und die
Wettkämpfe kosten viel Zeit. "Beim Sven hängt die Psyche vom Erfolg ab",
sagt sein Heimtrainer Wolfgang Steiert. Und der Erfolg war keineswegs
immer da. Zwar machte Hannawald schon mit acht Jahren die ersten
Sprünge. Doch im Frühjahr 1997 wollte der Deutsche Ski-Verband das ewige
Talent bereits ausmustern. Aber Steiert und Bundestrainer Reinhard Heß
hielten an ihm fest. Nach dem ersten Weltcup-Sieg 1998 ging es zwar noch
auf und ab, mittlerweile hat Hannawald aber so ziemlich alles gewonnen,
was man als Skispringer gewinnen kann: Er ist Skiflugweltmeister,
Olympiasieger und schaffte es als erster Springer überhaupt, bei allen vier
Wettbewerben der Vierschanzentournee zu siegen.
Nur selten tritt Hannawald in Talk-Shows auf. Da geht er schon lieber in der
spärlichen Freizeit ins Stadion zum Fußball-Zweitligisten SC Freiburg - oder
aber ins Kino. Seine Vorlieben? "Actionfilme, wo man bis zum Schluss gebannt
im Stuhl sitzt. Bei Liebesschnulzen such' ich das Weite."
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die Januar-Ausgabe von Reader's Digest ist -
wegen der Weihnachtsfeiertage - schon ab dem 16. Dezember 2002 an
zentralen Kiosken erhältlich.
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