Stuttgart, 29. September 2003. "Schauspielerei ist keine Kunst, sondern ein
Handwerk", beschreibt Harrison Ford sein Erfolgsrezept. Sein neuer Film
"Hollywood Cops" ist soeben in den deutschen Kinos angelaufen. Im
Gespräch mit dem Magazin Reader's Digest (Oktober-Ausgabe) kündigte der
60-jährige Leinwandheld aus den USA an, dass er sich künftig neben der
Schauspielerei noch stärker als bisher für den Umweltschutz engagieren
möchte.
Harrison Ford sieht nicht nur gut aus und ist beliebt, sondern ist auch einer
der zur Zeit erfolgreichsten Schauspieler. Wo der Mann aus Kalifornien auch
auftaucht, seine Fans feiern ihn enthusiastisch. Mit Filmen wie "Krieg der
Sterne", "Das Imperium schlägt zurück", "Die Rückkehr der Jedi-Ritter", "K-19:
Showdown in der Tiefe" oder "Jäger des verlorenen Schatzes", wo er den
abenteuerlustigen Indiana Jones spielte, hat es Harrison Ford zu weltweitem
Ruhm gebracht. Mittlerweile verdient er pro Streifen rund 20 Millionen US-
Dollar. Aber die Schauspielerei ist längst nicht mehr alles im Leben des
Amerikaners. Harrison Ford, der nach zwei gescheiterten Ehen und vier
Kindern nun mit Calista Flockhart ("Ally McBeal") zusammenlebt, engagiert
sich immer öfter für Umweltschutzprojekte: "Es gibt 25 Krisenherde, die
meisten davon in der Dritten Welt, wo wir drauf und dran sind, Tier- und
Pflanzenarten unwiederbringlich zu verlieren", warnt er im Gespräch mit
Reader's Digest. Seinen Einsatz in der Umweltschutzorganisation
Conservation International (CI) will er deshalb fortsetzen, wenn möglich
sogar noch ausbauen. Es gelte, den Menschen in den armen Ländern zu
zeigen, "wie sie den Boden für sich nutzen können, ohne die natürlichen
Ressourcen zu zerstören."
Dazu passt, dass Harrison Ford jegliche Form von Gewalt verurteilt. Schon als
junger Mann verweigerte er den Wehrdienst während des Vietnamkriegs:
"Ich wollte nicht in den Krieg, weil ich den Krieg und das Töten von Menschen
für falsch hielt", sagt er. Eine Auffassung, die er zuletzt auch im Fall des Irak-
Kriegs vertrat: "Ich glaube, Krieg ist der falsche Weg." Schon als Kind hatte
er vom Vater Werte wie "soziale Gerechtigkeit", "Fairness" und
"Gleichberechtigung" vorgelebt bekommen. "Es herrschte Disziplin in unserer
Familie", erinnert sich Harrison Ford. Während seines Studiums am College im US-Bundesstaat Wisconsin begann er mit der Schauspielerei. Seine
Begründung: "Erstens hat es mir gefallen. Zweitens fand ich, war ich in nichts
anderem gut", sagt er im Rückblick. Damals wurde denn auch der Grundstein
für die große Karriere gelegt: "Ich wollte nicht wie meine Freunde im Büro
arbeiten, 20 Jahre lang mit denselben Leuten, und immer dasselbe machen."
In Wahrheit habe es nur ein Ziel gegeben: "Schauspieler sein."
Indes, bis zu ersten großen Erfolgen verstrich viel Zeit. "Ich habe lange
gebraucht, bis ich wusste, wie ich mich in der Branche zu verhalten habe, um
zu kriegen, was ich nach meinem Empfinden brauchte." Fünf oder sechs Filme habe es gedauert, um das eigene Potenzial richtig einsetzen zu können. "Bei meinen Kollegen ist mir aber aufgefallen, dass sie meist doch ziemlich rasch
aufgaben." Und so wurde die Hartnäckigkeit zum wichtigsten Begleiter in der
Karriere von Harrison Ford, der zwischendurch gar als Zimmermann arbeitete,
um Geld für die Familie zu verdienen. Da passt es nur zu gut, wenn er sagt:
"Schauspielerei ist keine Kunst, sondern ein Handwerk."
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