Stuttgart, im November 2002. Helmut Lotti, Starsänger aus Belgien und
erfolgreicher Elvis-Interpret, war in der Schule "ein richtiger kleiner Streber",
gesteht er im Interview mit Reader's Digest (Dezember-Ausgabe). Er habe
immer Klassenbester sein wollen, "der Beste im Rechtschreiben, der Beste in
Rechnen, der Beste in Sport". Und im Gesang, denn: "Als einmal in meiner
Schule der Nikolaus zu Besuch kam, bin ich auf einen Tisch gesprungen und
habe lauthals ein Nikolauslied gesungen. Damit war mir natürlich die
Aufmerksamkeit aller sicher." Im Alter von 15 Jahren sang er in der Schule
den Jailhouse Rock von Elvis. Dabei, so erinnert sich Lotti, "waren die
Mädchen völlig aus dem Häuschen und schrien".
 
Dabei war seine Jugend keineswegs leicht. Seine Eltern ließen sich scheiden,
als er sechs Jahre alt war. "Mir war, als hätte man mir mit einem Hammer auf
den Kopf geschlagen. Ich heulte los und konnte nicht mehr aufhören", erzählt er im Rückblick. Seine Trauer behielt er für sich: "Ich bin von Natur aus ein
einsamer Wolf." Trost fand der junge Helmut in der Musik von Elvis Presley:
"Elvis war mein bester Freund. Wie der In the Ghetto sang, so gefühlvoll, das
hat mich getröstet." Wohl deshalb hat ihm die eigene Scheidung 1998 von
seiner Frau Kimberly und die damit verbundene Trennung von der
sechsjährigen Tochter Messalina so schwer zu schaffen gemacht. "In
Interviews gab ich immer vor, ich sei superglücklich mit meiner Familie.
Dahinter stand der Wunsch, dass sich das vielleicht zu Hause auswirken
würde", bekennt er freimütig.
 
Der Durchbruch gelang Lotti, als er bei einer Fernsehshow den zweiten Preis
mit einer Elvis-Imitation gewann. "Die ersten Monate danach waren
fantastisch. Es machte mir enorm viel Spaß, zwei Stunden lang Autogramme
zu geben." In Elvis Presley sieht er sein großes Vorbild: "Er bleibt mein Idol",
 sagt der Sänger, der mit seiner Populär-Klassik schon rund zehn Millionen
Platten verkauft hat. Und auch die gerade erschienene CD My Tribute to the
King, auf der Lotti Songs von Elvis Presley interpretiert, scheint ein großer
Erfolg zu werden.
 
Zugleich gewährt Lotti im Reader's Digest-Interview ungewohnte Einblicke in
sein Künstlerleben: "Auf der Bühne bin ich wie ein Sportler: Ich will unbedingt
den höchsten Ton singen." Aber er sagt auch: "Ich bin von meiner Stimme
gar nicht so begeistert. Sie ist an der Grenze zwischen aggressiv und nasal."
Und wenn er Elvis hört, "bekomme ich eine Gänsehaut; höre ich mir selber
zu, fallen mir vor allem die Fehler auf." Die Fans des smarten Belgiers, scheint
das nicht zu stören. Wo Helmut Lotti auftritt, sind die Konzerte ausverkauft.
 
Für nähere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die Dezember-Ausgabe 2002 von Reader's
Digest ist ab dem 25. November an zentralen Kiosken erhältlich.
 
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