Stuttgart, 28. September 2004. Jeder deutsche Haushalt gibt nach
Branchenangaben jährlich im Schnitt rund 2850 Euro für Versicherungen aus,
ist aber dennoch nicht optimal versichert. Das berichtet das Magazin Reader's Digest in seiner Oktober-Ausgabe. Elke Weidenbach von der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sagte der Zeitschrift: "Viel Geld
fließt in überflüssige oder zu teure Verträge, während wichtige Risiken nicht
abgedeckt sind." Ihr Tipp: "Jedes existenzbedrohende Risiko muss abgedeckt
sein", bevor weitere Versicherungen abgeschlossen werden.


Zu den Versicherungen, die Pflicht sind, gehört die Haftpflicht, weil sie im
Zweifelsfall vor dem finanziellen Ruin rettet. Rat von Experten: die
Versicherungssumme sollte bei mindestens drei Millionen Euro liegen. Nicht
weniger wichtig: Wer einzelne Versicherungsanbieter vergleicht, kann jährlich
bis zu 100 Euro sparen. Bei der Kfz-Haftpflicht kann die Ersparnis im
Extremfall sogar bei über 2000 Euro liegen.


Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zum Muss. Bundesweit
scheidet inzwischen jeder fünfte Arbeitnehmer vorzeitig aus dem Berufsleben
aus. Wer dann bis zum Erreichen der gesetzlichen Rente nicht in ein
finanzielles Loch fallen will, sollte gegen Berufsunfähigkeit versichert sein. Die Prämien richten sich jeweils nach Alter, Geschlecht und Beruf des
Versicherungsnehmers.


Nicht weniger wichtig ist die Lebensversicherung. Spätestens dann, wenn
Angehörige zu versorgen sind, gehört eine Risikolebensversicherung zu den
unverzichtbaren Schutzmaßnahmen. Aber Vorsicht: Je älter der Kunde bei
Vertragsabschluss ist, desto höher wird die zu zahlende Prämie. Ein später
Wechsel lohnt sich also oftmals nicht.


Was aber ist mit den vielen anderen Versicherungen, die auf dem Markt
angeboten werden? Die Palette ist groß und reicht von der Reisegepäck-
über Handy- oder Elektrogeräteversicherungen bis hin zu Pannenbriefen fürs
Haus. Meinung der Experten: Viele solcher Policen sind zu hinterfragen, weil
sie oftmals zu viel Geld kosten. So gilt es im Einzelfall, sorgsam die
Versicherungsleistungen mit dem individuellen Schutzbedürfnis abzuwägen.


Das gilt zum Beispiel auch für die Hausratversicherung. Zwar gilt die
Faustregel "Je wertvoller die Einrichtung und je riskanter der Wohnort, desto
eher lohnt der Schutz". Das aber hat seinen Preis. So werden in Großstädten
für Hausrat im Wert von 50.000 Euro nicht selten 150 bis 250 Euro
Jahresprämie fällig, während man in ländlichen Regionen die gleiche Summe
bereits mit 60 Euro versichern kann. Trotzdem ist die Hausratversicherung
kein Rundum-Sorglos-Paket. Wer zum Beispiel bei geöffnetem Fenster das
Haus verlässt, riskiert seinen Versicherungsschutz, wenn in seiner
Abwesenheit eingebrochen wird.


Mindestens genauso wichtig wie die Hausratversicherung ist für
Immobilienbesitzer übrigens die Wohngebäudeversicherung. Auch hier ist ein
Preisvergleich ratsam, weil der Eigentümer je nach Bauart und Lage zwischen
100 und 300 Euro Jahresprämie zahlt.
 

Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juni-Ausgabe von Reader's Digest ist an
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