20. Januar 2006. Joachim Król, einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Schauspieler, sucht abseits des Scheinwerferlichts immer häufiger die Ruhe und schaltet deshalb oftmals für längere Zeit sein Handy aus. „Ich versuche, gegen die permanente Verfügbarkeit vorzugehen. Deshalb habe ich auch keine Mailbox mehr“, verriet der 48-Jährige dem Magazin Reader’s Digest (Februar-Ausgabe). Die Stille sei für ihn „das größte Luxusgut“, sagte Król und fügte hinzu: „Auch die Dunkelheit gehört dazu. Wir sind ja pausenlos angeschaltet. Die Folge ist, dass viele Leute mit einer unheimlichen Geschwindigkeit genau da ankommen, wo sie niemals hinwollten.“
Ohnehin gilt Król als Mann der Stille, der sich bei seinen Auftritten mit minimalistischer Gestik begnügt und Platz für sensible Zwischentöne lässt. Der studierte Theaterwissenschaftler feierte in den vergangenen Jahren in ganz unterschiedlichen Rollen große Erfolge. Bekannt wurde er in Sönke Wortmanns Komödie „Der bewegte Mann“ (1994). Aber auch in Streifen wie „Das Superweib“ (1996), „Rossini“ (1997), „Silentium“ und „Lautlos“ (beide 2003) wusste er zu überzeugen.
Am 6. Februar ist Król nun wieder zu sehen – im Fernsehfilm „Tod eines Keilers“ (ZDF, 20.15 Uhr). Damit bleibt er seiner Linie treu, sich bei seinen Rollen nicht festlegen zu lassen: „Ich versuche immer, mich einer Figur so weit wie möglich zu nähern.“ Für den neuen Film recherchierte er ausgiebig in der Züricher Uniklinik und bei einem befreundeten Arzt. Und das nächste Projekt wartet schon: Demnächst wird Król, der mit seiner Frau und seinem Sohn zurückgezogen in Köln lebt, als Kommissar Lutter im Ruhrpott ermitteln. Die ersten Drehbücher sind bereits geschrieben. „Wenn ich grünes Licht gebe, kann’s losgehen“, sagte er Reader’s Digest.
Trotz aller Sehnsucht nach Stille sucht Król an anderer Stelle regelmäßig die laute Kulisse – als großer Fan des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Wann immer es sein Terminkalender erlaubt, schaut er sich die Heimspiele des Traditionsvereins an. Seine Begründung: „Es ist das Spektakel, die Klarheit des Vorgangs. Wir haben ja kaum noch Rituale in unserer Gesellschaft.“
Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Februar-Ausgabe von Reader’s Digest ist ab 23. Januar an zentralen Kiosken erhältlich.
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