hart ins Gericht. "Der Vatikan muss eine andere Form von Hilfe in die Dritte
Welt tragen", sagte die 50-jährige Schauspielerin und TV-Nonne gegenüber
dem Magazin Reader's Digest (Januar-Ausgabe). Speidels Appell an den
Papst: "Es genügt nicht, die Menschen in diesen Ländern aufzufordern, in
Keuschheit zu leben, damit sie sich nicht mit Aids infizieren."
Seit vielen Jahren gehört die Katholikin zu den beliebtesten und
erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen. Ob auf der Bühne oder im
Fernsehen, die Mutter zweier erwachsener Töchter wird für ihre authentische
Art vom Publikum hoch geschätzt. Der Durchbruch als Fernsehdarstellerin war
ihr 1975 mit dem Thriller "Die letzten Ferien" gelungen. Seitdem sind viele
Erfolge hinzugekommen, unter anderem die ZDF-Reihe "Alle meine Töchter"
und die Serie "Um Himmels Willen", in der sie die Ordensschwester Lotte
Albers spielt; Anfang Januar sind die neuen Folgen in der ARD zu sehen.
Über die Parallelen zwischen der TV-Rolle als Nonne und ihrem Alltagsleben
sagt Speidel: "Ich bin genauso stur, warmherzig und humorvoll, liebe aber
auch das Spontane." Und ist sie selbst auch religiös? "Ich glaube an eine
höhere Macht im Universum, die mich beschützt. Dafür sage ich jeden Tag
Danke", antwortet sie.
Neben der Schauspieltätigkeit widmet sich die Münchnerin derzeit vor allem
ihrem Verein "Horizont", der obdachlosen Menschen ein neues Zuhause gibt.
1997 hatte sie das Hilfsprojekt gegründet, seit kurzem verfügt der Verein
über ein eigenes Haus mit 24 Wohnungen in München. In dem 3,5 Millionen
Euro teuren Bau können obdachlose Kinder mit ihren Müttern neuen
Lebensmut tanken. Die Kosten für die pädagogische Betreuung übernimmt
Speidel: "Meine Mitarbeiter sind 365 Tage im Jahr aktiv. Diesen Luxus kann
sich eine Stadt gar nicht leisten", betont die lebhafte Sozialmanagerin.
Für die Zukunft hat Speidel mehrere Pläne. Zum einen will sie sich weiterhin
für ihren Verein "Horizont" einsetzen und Spenden sammeln. Zum anderen
möchte sie mehr als bisher verreisen, vor allem nach Indien, Birma oder Sri
Lanka. Eine Schönheitsoperation, wie es manche jungen Schauspielerinnen
vormachen, lehnt sie kategorisch ab. "Ich würde mich nie liften lassen", sagt
sie gegenüber Reader's Digest. Ihre Begründung: "Warum soll ich mir meine
Falten wegoperieren lassen? Die habe ich mir doch 30 Jahre lang mühsam
angelacht."
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die Januar-Ausgabe von Reader's Digest ist ab
dem 20. Dezember 2004 an zentralen Kiosken erhältlich.
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