Keine Stammplatzgarantie mehr am ArbeitsplatzExperten prophezeien in Reader’s Digest starken Anstieg bei Zeitarbeitsfirmen Stuttgart, 30. Mai 2007. Trotz der aktuellen Entspannung auf dem deutschen Arbeitsmarkt gehen Experten davon aus, dass sich die Arbeitswelt in den nächsten Jahren weiter dramatisch ändern wird. „Die Zeiten, in denen man sein Leben lang beim gleichen Arbeitgeber, im gleichen Beruf und am gleichen Ort beschäftigt war, sind vorüber“, sagt Holger Bonin vom „Institut zur Zukunft der Arbeit ohne Erbarmen“ in Bonn dem Magazin Reader's Digest (Juni-Ausgabe). Bonin hat die Zukunft simuliert und stellt dabei fest, dass erst ab dem Jahr 2020 mit einem deutlichen Rückgang des Arbeitskräfteangebots zu rechnen ist. Bessere Zeiten für Arbeitssuchende seien aber auch dann nicht zu erwarten.
Auch das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung in München geht davon aus, dass auf Dauer nur die Zahl der Mini-, Zusatz-, Teilzeit- und Ein-Euro-Jobs wachsen wird. „Mit einer Stammplatzgarantie ist es vorbei“, betont Soziologe Andreas Boes. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den vergangenen Jahren habe dies untermauert. Demnach ging der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mit einer Vollzeitstelle in Deutschland zwischen 1995 und 2000 von 84 auf 77 Prozent zurück. Boes geht davon aus, dass sich an diesem Trend auch in Zukunft nichts ändern wird. Er vermutet gar, dass Unternehmen in Zukunft gezielt die Unsicherheit am Arbeitsmarkt dazu einsetzen, „um die Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer zu erhöhen“.
Angesichts der Entwicklung dürften Zeitarbeitsfirmen in den nächsten Jahren einen weiteren Zulauf erleben. Schon jetzt, so berichtet das Magazin Reader's Digest, weisen die Zahlen in diese Richtung. Demnach waren 2005 knapp eine Million Menschen in Deutschland als Zeitarbeiter beschäftigt, das sind 15 Prozent mehr als noch 2004. Dabei warnen die Arbeitsmarkt-Experten davor, Zeitarbeit als unwürdigen Job abzulehnen. Zum einen werden dort für Einzel-Projekte zunehmend auch hoch qualifizierte Fachkräfte gesucht. Zum anderen werden im Durchschnitt inzwischen 30 Prozent aller Zeitarbeiter früher oder später von ihrem Entleihunternehmen übernommen.
Grundsätzlich gilt: Wer eine Stelle haben will, muss sich für das entscheidende Vorstellungsgespräch gut vorbereiten. Dabei sollten ohne Überheblichkeit die eigenen Fähigkeiten herausgestellt werden, zum Beispiel in Form einer Auflistung von Projekten, an denen man mitgearbeitet hat und bei denen Teamarbeit gefordert war.
Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juni-Ausgabe von Reader’s Digest Deutschland ist ab sofort an zentralen Kiosken erhältlich.
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