Stuttgart, 17. Februar 2006. Monica Lierhaus, populäre Moderatorin der ARD, hat trotz jahrelanger Berufserfahrung gelegentlich Lampenfieber: „Ich stehe lieber live vor einer Fernsehkamera als vor einem großen Publikum, das mich womöglich auspfeift, wenn ich das Falsche sage“, verriet die 35-Jährige dem Magazin Reader’s Digest (März-Ausgabe) und erzählte zugleich, womit sie sich gerne entspannt: Mit Musikhören, bei einer Sendung von Harald Schmidt oder bei einem Stück Schwarzwälder Kirschtorte.

 

In diesen Tagen bleibt Monica Lierhaus freilich kaum Zeit zur Erholung. Nach den Olympischen Winterspielen in Turin kommt das Trainingslager der Fußball-Nationalmannschaft, danach die Fußball-WM und schließlich die Tour de France. Obwohl die Tochter eines Anwalts bei den Fußballprofis längst einen hervorragenden Ruf genießt, vermeidet sie allzu große Nähe: „Es war mir immer wichtig, eine gewisse Distanz zu den Menschen zu halten, über die ich berichte.“ Sollte die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM schlecht spielen oder gar vorzeitig ausscheiden, will sie deshalb auch kein Blatt vor den Mund nehmen: „Ich glaube nicht, dass Journalisten dazu da sind, nach einem schlechten Spiel Trost zu spenden.“

 

Die gebürtige Hamburgerin sorgte schon früh für Furore. Bereits mit 26 Jahren übernahm sie bei Sat 1 das Boulevard-Magazin „Blitz“. Nach einem Workshop bei Sportschau-Legende Ernst Huberty stieg sie in die Bundesliga-Berichterstattung bei Sat 1 und Premiere ein, ehe sie 2004 zur ARD wechselte. Kollegen attestieren ihr Talent und Fleiß gleichermaßen. Sie selbst sagt über ihre Karriere: „Mir wurde immer der passende Job angeboten.“

 

Wenn das Scheinwerferlicht aus ist, zieht sich Monica Lierhaus aber auch gerne ins Privatleben zurück. Dann joggt sie mit ihrer Dalmatinerhündin Lucy in Hamburg um die Außenalster oder ist ganz häuslich mit ihrem Lebensgefährten Rolf Hellgardt. „Früher hätte ich meine Küche untervermieten können, jetzt koche ich ganz gerne“, gibt sie zu. Sie schätzt zunehmend das Familienleben, ohne deswegen an Nachwuchs zu denken: „Ein Kind steht momentan nicht zur Debatte.“

 

Dafür engagiert sie sich für soziale Zwecke. Im Herbst vergangenen Jahres war sie für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, in Uganda unterwegs und sah die Folgen eines seit 20 Jahre andauernden Bürgerkriegs. „So eine Reise verändert deinen Blickwinkel“, sagt Lierhaus. Aber auch hier zu Lande meldet sie sich abseits von König Fußball kritisch zu Wort. „Die soziale Kälte in diesem Land tut weh“, sagt sie über Egoismus, Neider und Geschäftemacher. Der Gentleman mit guten Manieren sei wohl ein Auslaufmodell: „Dass Männer ihren Frauen die Tüten tragen oder die Tür aufhalten, kommt heutzutage kaum noch vor“, lautet deshalb ihre schonungslose Analyse.

 

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die März-Ausgabe von Reader’s Digest ist ab 27. Februar an zentralen Kiosken erhältlich.

 

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