Stuttgart, 25. März 2004. Rockstar Peter Maffay sieht sich durch seine Erfolge
in die Pflicht genommen - gegenüber den Fans und der Gesellschaft. "Das
Schicksal hat mir diese Möglichkeit gegeben, also muss ich was daraus
machen", sagt Maffay im Interview mit dem Magazin Reader's Digest
Deutschland (April-Ausgabe). "Jedes Jahr nur eine neue Rock-'n'-Roll-Scheibe,
und noch ein Ohrring und noch eine Tätowierung, das wäre zu wenig."
Sein Engagement und das der von ihm gegründeten oder unterstützten
Stiftungen konzentriert sich auf benachteiligte Kinder. So gibt es auf der Insel
Mallorca ein Landhaus, in dem traumatisierte Kinder zum normalen Leben
zurückfinden sollen - ähnlich wie im "Tabaluga-Hof" am Starnberger See. "Es
geht um den Rückeinstieg, darum, so viel psychische Stabilität herzustellen,
dass die Kinder alleine in der Gesellschaft zurechtkommen", beschreibt
Maffay seine Philosophie.
"Diese Einrichtungen bieten viele Therapien, die der Staat nicht mehr zu
tragen bereit ist", sagt Maffay. Der Staat befreie sich von einer
unangenehmen Pflicht, indem er die Kosten für den seelischen
Schlüsseldienst in den privaten Bereich verlege.
Ob Reit- oder Musiktherapie, Erlebnispädagogik oder Naturerfahrung: Für
Maffay, der in vierte Ehe verheiratet und Vater des bald einjährigen Sohnes
Yaris ist, sind solche Beschäftigungsmöglichkeiten der Schlüssel zur Re-
Integration. "Oft sind diese Therapien die einzigen Wege, um diese Kinder
noch zu öffnen", sagt er. Sich selbst sieht er als eine Art "Geldmaschine", weil
er durch seine Popularität auf Hilfsprojekte aufmerksam machen und
Sponsoren dafür interessieren kann.
Das Therapieren überlässt der Musiker den Fachleuten, doch trifft er natürlich
auch selbst mit den Kindern zusammen. Berührungsängste kennen die
jungen Besucher nicht. "Bei denen ist alles viel normaler als bei uns
Erwachsenen", meint Maffay. "Ich habe Kinder selten nervös erlebt, wenn ich
aufgetaucht bin. Die sind vielleicht ein wenig aufgedreht, sagen: Hey, sing
mal was, du bist doch Sänger!"
Jetzt ist der Rockstar wieder auf Tournee im Zeichen des Drachen: die
aktuelle "Tabaluga"-Tour geht aufgrund ihres großen Erfolgs in die zweite
Runde. Und was macht Peter Maffay in Zukunft? "Meine Zukunft heißt
Stiftung, meine Zukunft heißt Yaris, meine Zukunft heißt Rock 'n' Roll, meine
Zukunft heißt Schafe melken", erklärt er und legt sein Gesicht lächelnd in
Falten.
Tour-Daten von Peter Maffay mit "Tabaluga und das verschenkte Glück":
Vom 19. bis 21. März war das Kinder-Musical in Frankfurt.
Weitere Termine sind:
- München: 26. bis 28. März
- Dortmund: 2. bis 4. April
- Kiel: 10. bis 12. April
- Karlsruhe: 16. bis 18. April
- Erfurt: 23. bis 25. April
- Berlin: 30. April bis 2. Mai
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die April-Ausgabe von Reader's Digest ist ab
29. März an zentralen Kiosken erhältlich.
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