Stuttgart, im Februar 2003. Ein bisschen mehr Fleiß und Publikumsliebling
Peter Weck wäre nicht Schauspieler, sondern Dirigent geworden. Im
Gespräch mit der deutschen Ausgabe des Magazins Reader's Digest (März-
Ausgabe) erzählt der 72-Jährige über die Zeit in der Dirigentenklasse der
Wiener Musikhochschule. "Da hieß es immer nur üben, üben, üben. Aber zum Üben hatte ich keine Lust." Was folgte, war der Wechsel zur
Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien - und eine
beispiellose Karriere als Schauspieler, Regisseur und Intendant. Unter dem
Strich wirkte er in mehr als 100 Kino- und 200 Fernsehfilmen mit und führte
obendrein Regie in über 100 Produktionen.
Schon in den 50- und 60er Jahren zog er mit Filmen wie "Liebesgrüße aus
Tirol" die Massen vor die Leinwand. Nun, im Rückblick, gibt er zu: "Diese
Gschicht'n hatten schon ein sehr einfaches Strickmuster." Aber sie waren
erfolgreich, so wie Wecks Rolle im Klassiker "Sissi" an der Seite von Romy
Schneider: "Sie war wie ein junges Reh", schwärmt Weck noch heute.
Doch auch wenn die Fans drängen, eine Neuauflage seiner Erfolgsserie "Ich
heirate eine Familie" lehnt der gebürtige Wiener ab: "Dieses Thema ist für
mich ausgereizt. Ein Remake wird es nicht geben." Für die Serie, in der er
einst Regisseur und Hauptdarsteller war, hatte Weck die "Goldene Kamera"
und den "Bambi" erhalten. Doch der Abschied aus der ersten Reihe des
Bildschirms kommt nicht von ungefähr. "Bei Privatsendern brauch' ich mich
nicht mehr zu bewerben. Für die Programmverantwortlichen dort leb' ich gar
nimmer, weil sie nur Drehbücher ankaufen, in denen der Älteste 35 ist."
Dafür träumt Weck nochmals von einem großen TV-Projekt. Gerne würde er
einen Film über das Leben eines jüdischen Schauspielers drehen, der den
Holocaust überlebt hat. "Ein toller Stoff, den ich authentisch verfilmen könnte, schließlich war ich 15, als der Krieg endete." Bisher habe sich allerdings noch
kein Geldgeber für das ambitionierte Projekt gefunden, räumt der
Grandseigneur der Branche ein. Weck schwant, warum: "Ich komm' wohl
nicht mehr von der Unterhaltungsschiene runter", sagt er ganz ernst.
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