Stuttgart, 26. Oktober 2006. In Deutschland leiden derzeit etwa 1,2 Millionen Menschen an Demenz. Obwohl die Krankheit nicht heilbar ist, kann mit Medikamenten der geistige Abbau verzögert werden. Aber auch eine entsprechende Vorsorge kann helfen, geistig in Form zu bleiben. Das Magazin Reader’s Digest gibt in seiner November-Ausgabe wertvolle Tipps, was man gegen Vergesslichkeit tun kann und wie Betroffene sowie deren Angehörige mit der Krankheit umgehen.
Grundsätzlich gilt: Gedächtnisschwund gehört zum Alterungsprozess, aber es gibt Anzeichen, wenn es sich um Altersdemenz handelt. Serge Rombouts vom Alzheimerzentrum der Freien Universität Amsterdam nennt Beispiele: „Gedanken sollte man sich machen, wenn jemand zehnmal die gleiche Geschichte erzählt, ohne es zu merken. Oder wenn jemand in unmittelbarer Umgebung des eigenen Hauses die Orientierung verliert, keine einfachen Rechenaufgaben mehr lösen kann oder vergisst, was zu tun ist, wenn das Telefon läutet.“
Auch starke Stimmungsschwankungen sowie auffallende andere Verhaltensweisen gelten als Hinweise dafür, dass jemand an Demenz erkrankt sein könnte. „Demenz beginnt oft mit veränderten Gewohnheiten“, sagt der erfahrene Pflegedienstleiter Filip Paas im niederländischen Dordrecht. Wer stets eine Krawatte getragen hat, nun aber darauf verzichtet, oder nicht mehr weiß, wie man Kaffee kocht und die Schnürsenkel bindet, weist typische Symptome dieser Krankheit auf, in deren Verlauf die geistigen Fähigkeiten immer mehr verfallen und der Erkrankte nicht mehr selbst bestimmt leben kann, sondern auf die Hilfe von Dritten angewiesen ist.
Denn bei den Betroffenen funktionieren dann bestimmte Abläufe im Gehirn nicht mehr, das Gedächtnis kann alte Erfahrungen nicht mehr abrufen und neue Informationen nicht mehr speichern. Nicht selten handelt es sich in solchen Fällen auch um Anzeichen von Depressionen. Frans Verhey, Professor für Neuropsychiatrie und geriatrische Psychiatrie an der Universität Maastricht sieht denn auch große Parallelen zwischen Demenz und Depressionen: „Beide Erkrankungen sind verbunden mit dem Verlust von Gedächtnis und Konzentration, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen und allgemeiner Interesselosigkeit.“
Damit es nicht soweit kommt, sollte man sich auch mit zunehmendem Alter geistig in Form halten. Reader’s Digest gibt in seiner November-Ausgabe etliche Tipps. Dazu gehört, auch im Alter regelmäßig Zeitung zu lesen, bei Quiz-Sendungen im Fernsehen mit zu raten, mal ins Kino oder ins Theater zu gehen, aber auch sich viel zu bewegen, zum Beispiel bei Spaziergängen oder durch Sport. Nicht weniger wichtig ist eine ausgewogene Ernährung, weil Vitaminmangel und ein Übermaß an Alkohol die Leistungsfähigkeit des Gehirns belasten.
Nicht zuletzt ist ein Gespräch mit dem Hausarzt ratsam, um die Wirkung von Arzneimittelkombinationen besser abschätzen zu können. Denn es ist mittlerweile erwiesen, dass bestimmte Medizin, zum Beispiel Schlaftabletten, das Gedächtnis negativ beeinflussen können.
Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die November-Ausgabe von Reader’s Digest ist ab 30. Oktober an zentralen Kiosken erhältlich.
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