Stuttgart, 12. Dezember 2003. Jutta Kleinschmidt gilt nicht nur als eine der
besten Autofahrerinnen der Welt, sie ist auch die einzige Frau, die jemals die
Wüstenrallye Dakar gewann. "Die Wüste ist mein Arbeitsplatz", sagt sie vor
dem Start im Interview mit dem Magazin Reader's Digest Deutschland
(Januar-Ausgabe). Und die 41-Jährige ist nicht nur fest entschlossen, ihren
Sieg aus dem Jahr 2001 zu wiederholen. Sie hat inzwischen noch ganz
andere Ziele: "Ich will zum Mond. Einmal auf einem anderen Planeten
spazieren gehen." Doch zunächst startet sie am 1. Januar 2004 wieder in die
Wüste.
Frau am Steuer. Bei Jutta Kleinschmidt werden diese Worte stets zum
Kompliment. Seit Jahren beherrscht sie die Motorsportszene und lässt die
Männer gerne hinter sich. Als Emanze versteht sie sich deshalb aber nicht.
"Meine Leistung soll wahrgenommen werden, nicht mein Geschlecht." Das
war schon in ihrer Jugendzeit so, wenn sie mit den Jungs auf die Bäume
kletterte, beim Indianerspielen stets der Häuptling war und als einziges
Mädchen auf eine technische Knabenrealschule ging. "Als Kind habe ich mir
oft gewünscht, ein Junge zu sein", sagt sie im Rückblick, und weiter: "Heute
bin ich gerne eine Frau."
"Wenn man etwas will, kann man es erreichen. Man muss nur bereit sein."
Kleinschmidt studierte das "Männer-Fach" Physik, begeisterte sich für Sport
und Technik und gab sich das Lebensmotto: "Wenn man einen großen Traum
hat, wenn man etwas wirklich will, kann man alles erreichen. Man muss nur
bereit sein. Und alles dafür geben."
Genau auf diese Weise machte Jutta Kleinschmidt ihren Weg im Motorsport.
Sie fuhr Motorrad, übte auf Querfeldeinstrecken, verdiente sich Taschengeld
auf dem Bau und kündigte schließlich mit 30 Jahren ihre Stelle als Ingenieurin
bei BMW, um Rallye-Profi zu werden. Was folgte, waren Bittgänge zu
Sponsoren, um das nötige Geld für das nächste Rennen aufzutreiben. Eine
Wüstenrallye nach der anderen machte sie mit, stieg irgendwann um vom
Motorrad aufs Auto. Mit 38 Jahren schließlich erfüllte sie sich ihren Traum vom Sieg bei der Wüstenrallye Dakar: "Das war der schönste Tag meines
Lebens", erinnert sie sich.
Inzwischen ist die Frau aus Oberbayern nicht nur Werksfahrerin für VW, sie
ist auch regelrecht süchtig nach dem Rennen in Afrika. Ob das Schnellfahren
in der Wüste oder die Sprünge mit dem Auto in tiefe Dünen, ob brütende
Hitze oder die Gefahr durch Schlangen und Skorpione in der Nacht - das alles
will sie nicht missen, auch wenn sie durch die Strapazen im Cockpit jedes Mal
bei der Rallye Dakar sieben Kilo abnimmt.
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die Januar-Ausgabe von Reader's Digest ist
wegen Weihnachten bereits ab dem 15. Dezember 2003 an zentralen
Kiosken erhältlich.
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