Stuttgart, im April 2002. Sie ist die Königin von Schweden - und sie ist die
Königin der Kinder: Silvia genießt über die Landesgrenzen hinaus großes
Ansehen, nicht erst, seit sie sich weltweit mit ihrer Stiftung "World Childhood
Foundation" für vernachlässigte Kinder einsetzt. Im Magazin Reader's Digest
(April-Ausgabe) beschreibt sie künftige Herausforderungen für ihr Hilfswerk:
"In Zukunft sehe ich große Aufgaben in Afrika auf uns zukommen." Im
Gespräch mit Reader's Digest-Autor Rolf Seelmann-Eggebert, renommierter
NDR-Fernsehjournalist und Kenner der europäischen Königshäuser, warnt
Königin Silvia aber zugleich: "Wir dürfen uns als Childhood nicht verzetteln."
Sie wolle nicht, dass ihr Hilfswerk zuviel verspreche. "Was ich verspreche,
möchte ich auch halten können."

 

Die 1943 in Heidelberg geborene Silvia Sommerlath hatte 1972 bei den
Olympischen Spielen von München als Hostess und Dolmetscherin ihren
heutigen Mann König Carl Gustaf von Schweden kennengelernt. Vor drei
Jahren gründete sie das Kinderhilfswerk. Schwerpunkte der Childhood-Arbeit
liegen derzeit im Ostseeraum, im Kosovo oder auch in Brasilien, wo Silvia
einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte. Schon damals leistete sie als
Zehnjährige praktische Entwicklungshilfe, als die Lehrerin einer Dorfschule
krank wurde: "Wir haben den Kindern der Landarbeiter beigebracht, ihren
Namen zu schreiben, haben mit ihnen das kleine Einmaleins geübt."

 

In Brasilien ist die Armut groß, viele Kinder erhalten keine anständige
Schulbildung und haben deshalb keine beruflichen Perspektiven, hinzu kommt
die Gewalt gegen Mädchen und Frauen. Deshalb unterstützt Silvias Stiftung
auch Projekte wie die Fraueninitiative "Amunam". Vor Ort sucht die Königin
das Gespräch mit den Betroffenen, so wie mit Dona Maria. Die Mutter von
sechs Kindern lebt in ärmsten Verhältnissen, ihre Kinder hatten
Hirnhautentzündung, die Mutter musste deshalb ihren Beruf als Köchin
aufgeben. "Damit ich einen Sack Zement für den Bau (einer Hütte) kaufen
konnte, haben meine Kinder hungern müssen", schildert die Frau der Königin
ihre Not. Dank der Initiative "Amunam" bekommen die Kinder nun wenigstens etwas zu essen. In solchen Momenten ist Königin Silvia dann geduldige
Zuhörerin, die keine Strapaze scheut, um sich ein authentisches Bild von der
Lage vor Ort zu machen: "Vielen Dank, dass ihr euer wahres Selbst gezeigt
habt", sagt sie.

 

Rolf Seelmann-Eggebert nennt in seinem Beitrag für Reader's Digest dieses
Verhalten der Königin den Schlüssel zum Erfolg: "Sie versteht mit ihrer
Stiftung beide Gruppen anzusprechen - die Förderer wie die Empfänger." Zu
den Förderern der World Childhood Foundation gehören namhafte Firmen
wie DaimlerChrysler und der Software-Hersteller SAP. Bei ihren
Staatsbesuchen in aller Welt gelingt es ihr meist, sich vor Ort ihrer Themen
wie Kinderarmut oder -ausbeutung anzunehmen. "Natürlich wollen einem die
Gastgeber lieber die Schokoladenseite ihres Landes zeigen." Manchmal
gebiete auch die diplomatische Höflichkeit Zurückhaltung, erläutert Silvia:
"Aber meistens habe ich doch sehen können, was ich sehen wollte."

 

Das Ziel ist weltweit gleich: "Jedes Kind hat einen Anspruch darauf, in einer
Atmosphäre von Geborgenheit, Freude und Neugier sozial, emotional und
intellektuell zu reifen und sich ungestört zu entwickeln." Aber auch Königin
Silvia weiß, dass das Hilfswerk "noch einen unendlich langen, dornigen Weg"
vor sich hat. Ihr Mann, König Carl Gustaf, schätzt nicht nur den Einsatz seiner
Frau, er kennt auch stets den Stand der Dinge: "Über Childhood weiß ich
wirklich alles. Ob beim Frühstück, beim Mittagessen, beim Abendbrot - immer wird über Childhood gesprochen."

 

Für nähere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die April-Ausgabe von Reader's Digest ist ab
sofort an zentralen Kiosken erhältlich.

 

Kontakt:
Reader's Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH, Öffentlichkeitsarbeit,
Augustenstr. 1, D-70178 Stuttgart, Tel. +49 (0)711 / 6602-521,
Fax +49 (0)711 / 6602-160
E-Mail: presse@readersdigest.de