Stuttgart, 22. Juli 2005. Smudo, Sänger und Texter der „Fantastischen Vier“, der erfolgreichsten deutschen Hip-Hop-Band, verteidigt die deutsche Rechtschreibreform. „Die Reform ist nur der Versuch, das richtige Schreiben für alle zu vereinfachen“, sagte der 37-Jährige dem Magazin Reader’s Digest (August-Ausgabe). Die gezielte Abweichung mancher Medien von den neuen Regeln sei deshalb falsch: „Die Ergebnisse der jetzigen Reform werden wir in 50, 60 oder 100 Jahren wieder in Frage stellen. Sprache lebt, und niemand erhebt den Anspruch, dass die Rechtschreibreform der Weisheit letzter Schluss ist.“

 

Aus Sicht des Sängers erlebt die deutsche Sprache derzeit ohnehin eine neue Blütezeit, nicht zuletzt in der Popmusik, in der über Jahre hinweg englischsprachige Liedtexte dominierten. „Aber die Muttersprache ist immer die beste Sprache. Ich finde, mit ihr kann man ernsthaft Texte schreiben“, so Smudo, „und man ist ,haftbarer’.“ Hinter der Fremdsprache Englisch hingegen könne man sich auch verstecken.

 

Die Regeln der umstrittenen Rechtschreibreform betrachtet der Musiker nicht als Einschränkung: „Mir scheint, dass die neue Rechtschreibung uns mehr Freiraum lässt“, meint der Wahl-Hamburger, der mit bürgerlichem Namen Michael B. Schmidt heißt. Der Sänger, der Deutsch in der Schule als Grundkurs belegt und beim Abitur einen Notendurchschnitt von 3,1 erreicht hat, zieht für seine Liedtexte auch den Duden heran. „Ich nutze ein etymologisches Wörterbuch oder ein Buch mit Redewendungen. Darin blättere ich dann so ‘rum, und manchmal fällt mir dabei etwas ein“, sagte er im Interview mit Reader’s Digest.

 

Schon in den frühen 90er-Jahren haben „Die Fantastischen Vier“ mit deutschem Sprechgesang und Hits wie „Die da“ oder „Sie ist weg“ für Furore gesorgt. Diesem Kurs sind Smudo und seine drei Mitstreiter And.Y, Thomas D. und Hausmarke bis heute treu geblieben. Obwohl das Stuttgarter Quartett stets versucht hat, seine schwäbischen Wurzeln nicht durchklingen zu lassen, spricht sich Smudo als einziger Nichtschwabe der Band grundsätzlich für einen Erhalt der deutschen Dialekte aus: „Ich finde, das ist die Lebendigkeit. Die Amerikaner in Manhattan reden auch anders als die im benachbarten New Jersey. Der Mensch ist so.“

 

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die August-Ausgabe von Reader’s Digest ist ab sofort an zentralen Kiosken erhältlich.

 

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