Stuttgart, Februar 2002. Sie gilt als eine der besten Schauspielerinnen der
Welt, obendrein als eine der schönsten Frauen: Sophia Loren. In Reader's
Digest (März-Ausgabe) verrät die Italienerin ihr Erfolgsgeheimnis: "Es liegt
nicht nur daran, wie man sich schminkt und frisiert und was man anzieht.
Wichtig ist auch die Haltung und wie man geht." Schon mit 14 Jahren
entdeckte sie die Zauberkraft ihres Aussehens. Damals nahm die junge Loren an einem Schönheitswettbewerb in Neapel teil. Der Jury, so wird berichtet,
verschlug es fast den Atem. Und daran hat sich nichts geändert. Als Tom
Hanks ihr 1999 bei der Oscar-Verleihung begegnete, spendete der
Schauspieler-Kollege das größte Lob, das man sich vorstellen kann: "Miss
Loren, Sie sind die schönste Frau, die ich jemals gesehen habe."
Dabei legt die 67-Jährige, die in ihrer Karriere in über 90 Filmen mitgespielt
hat, selbst keinen großen Wert auf derartige Hymnen. Sie will nicht die
berühmte Frau sein, die auf einem Sockel steht und angebetet wird. "Ich
finde das eher frustrierend", sagt sie. Aber ein bisschen Stolz schwingt dann
schon mit, zumal sie nach eigener Aussage bisher nie bei einem
Schönheitschirurgen war. Schon mit 15 Jahren lernte sie ihren späteren Mann
Carlo Ponti kennen. Eigentlich sollte er nur ihr Filmproduzent sein, dann
wurde der Italiener für sie aber eine Art Vaterersatz, weil sich ihr leiblicher
Vater nicht um die Familie kümmerte. Statt dessen musste sich die Mutter mit
den beiden Töchtern Maria und Sophia allein durchs Leben schlagen. Vor
allem an die Kriegstage erinnert sie sich mit Grauen zurück. "Wir hatten
damals nie genug zu essen. Ich war so dünn, dass mich andere Kinder
Sophia Stuzzicadente genannt haben." Frei übersetzt: Sophia Zahnstocher.
Aber die Entbehrungen und das Leid haben Sophia Loren offensichtlich
geprägt. "Es kann der Arbeit mehr Tiefgang verleihen. Vielleicht fehlt genau
das manchen Schauspielerinnen heute."
So oder so: Die Schauspielerei liegt der Familie offenbar im Blut. Schon ihre
Mutter habe ein Filmstar werden wollen. Sophia selbst schaute sich als Kind
oft Rita Hayworth in dem Melodram König der Toreros an. "An die zwölf Mal
muss ich im Kino gehockt und mir den Film angeguckt haben. Mir gefiel, wie
sie sich bewegte." Und nun tritt auch Sohn Edoardo in die Fußstapfen. "Ich
habe nie daran gedacht, selber Schauspielerin zu werden. Im Grunde kann
ich es bis heute nicht so recht glauben", sagt die Loren im Rückblick. Dank
Carlo Ponti wurde sie es aber doch. Er stellte für Sophia Loren in Hollywood
die Weichen. Mit Erfolg: Als Frank Sinatra und Cary Grant einen neuen Film in
Spanien drehten, schlug Ponti seine Sophia vor - es klappte. "Ich hatte ja
solche Angst. Mein Englisch war nicht gut, und ich glaubte, ich falle tot um,
wenn ich mit Cary Grant sprechen muss."
Sie fiel nicht um - allenfalls er. Denn Grant verliebte sich in seine damals 23-
jährige Filmpartnerin, verbesserte behutsam ihr Englisch, gab ihr
Schauspieltipps und lud sie abends zum Essen bei Kerzenschein ein. Es
dauerte nicht lange, und Grant machte ihr einen Heiratsantrag. Sophia Loren,
das gibt sie zu, war hin und her gerissen zwischen Ponti, der noch
verheiratet war, und Grant. Aber sie blieb bei Ponti, heiratete ihn später.
Zehn Jahre danach tauchte Grant nach der Geburt ihres ersten Kindes noch
einmal bei ihr auf. "Ich ließ ihn das Baby halten. Als ich ihn anschaute, hatte
er Tränen in den Augen. Da wusste ich, wie sehr er mich geliebt hatte."
Für nähere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die März-Ausgabe von Reader's Digest ist ab
dem 25. Februar an zentralen Kiosken erhältlich.
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