Stuttgart, 22. Oktober 2004. Die Zahl der Menschen, die an Allergien
erkranken, weil ihr Immunsystem versagt, wächst weiter. "Zwischen 15 und
25 Prozent der Deutschen sind von Allergien betroffen", sagt Gerhard
Metzner, Immunologe an der Universität Leipzig, dem Magazin Reader's
Digest. Das Magazin gibt in seiner November-Ausgabe wertvolle Tipps, wie
man das Immunsystem selbst schützen kann, und erklärt, wie es funktioniert.


So viel ist klar - das Immunsystem des Menschen gehört zu den größten und
gewichtigsten Organen des Körpers, die Bestandteile sind aber überall
verteilt: im Blut wie im Lymphsystem, in den Organen wie im Gewebe, aber
auch in der Haut. Das Problem: Das Immunsystem soll den Körper zwar vor
Krankheitserregern schützen, die Wirkung des komplizierten Abwehrsystems
ist aber selbst Experten vielfach noch ein Rätsel. "Es ist noch lange nicht
völlig erforscht und verstanden", sagt Immunologe Ernst-Peter Rieber von
der Technischen Universität Dresden.


Einige wichtige Pfeiler sind jedoch bekannt. Die so genannten Makrophagen
patroullieren durch den Körper und suchen nach Bakterien, die sie
verschlingen können. Unterstützt werden sie dabei von den Granulozyten,
die für den schnelleren Abtransport der Bakterien sorgen. Der Mensch spürt
diese Reaktion als schmerzhafte und hitzige Entzündung, im extremen Fall
auch als Eiter. Aber auch die Lymphozyten, die T-Helfer-Zellen sowie die B-
Zellen sorgen als eine Art Leibwächter dafür, dass sich der Körper gegen
Eindringlinge wehrt und Antikörper gegen die Bakterien bildet.
 

Schwieriger wird es jedoch für die körpereigene Abwehr, wenn Viren
angreifen, denn sie verstecken sich in menschlichen Zellen. Der Körper weiß
sich aber auch hier zu wehren. Das Prinzip: Die T-Zellen sorgen mit einer Art
Botenstoff dafür, dass die infizierten Zellen absterben. Dies gelingt freilich
nicht immer. Bei Krebs und Aids ist das Immunsystem bisher weitgehend
machtlos.


Wie kann man die körpereigene Abwehr stärken?


Ganz wichtig: Der Impfschutz sollte stets vollständig sein, notfalls muss man
an Auffrischungen denken. So wird zum Beispiel für Kinder eine ganze Palette von Impfungen empfohlen, angefangen bei Polio, Diphtherie und
Keuchhusten (alles ab dem dritten Monat) bis hin zu Krankheiten wie Masern, Mumps, Windpocken und Röteln (alles ab dem zwölften Monat).
Auch Erwachsene sollten sich regelmäßig impfen lassen. Eine der
Grundregeln: Ab dem 60. Lebensjahr wird alle sechs Jahre zur Impfung
gegen Lungenentzündung geraten. Gegen Grippe raten die Forscher sogar
zum jährlichen Schutz.


Aber nicht nur die Spritze oder die Tablette ist ein vorbeugender Schritt. Auch
ein gesunder Lebensstil ist wichtig. Dazu gehören genug Schlaf, sportliche
Betätigung, eine vernünftige Ernährung und ein ausgeglichenes Seelenleben.
Experten nennen darüber hinaus die gute alte Kneippkur mit Kaltwasser als
effektives Mittel, um die Abwehrkräfte zu trainieren.


Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die November-Ausgabe von Reader's Digest ist
ab dem 25. Oktober 2004 an zentralen Kiosken erhältlich.


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