Stuttgart, 26. Mai 2005. Viele Menschen leiden unter Mundgeruch, Inkontinenz, Schweißfüßen, Blähungen oder anderen „anrüchigen“ Problemen, aber die wenigsten Betroffenen trauen sich mit ihren Sorgen zum Arzt. Das Magazin Reader’s Digest gibt in seiner Juni-Ausgabe wertvolle Tipps, wie man sich in der eigenen Haut wohler zu fühlen kann und nicht vor Scham im Boden versinken muss. Grundsätzlich gilt: Ursache für solche Körpergerüche sind meist keine schweren Krankheiten, sondern Fehlfunktionen im Organismus, die man oft leicht beheben kann.

 

So entsteht Mundgeruch fast nie durch Magenprobleme, sondern durch einen bakteriellen Belag im Mund. „In 80 bis 90 Prozent der Fälle entsteht Mundgeruch in der Mundhöhle“, sagt der Berliner Zahnarzt Rainer Seemann. Sein Rat ist daher denkbar einfach: Nicht nur täglich die Zähne putzen, sondern auch die Zunge. Dazu kann man entweder die Zahnbürste benutzen oder kauft in der Apotheke einen speziellen Zungenreiniger; auch antibakterielle Mundspülungen oder Gels sind möglich. Wer solchen Mitteln nicht vertraut, dem empfehlen die Experten vor allem, viel Wasser zu trinken. Der Grund: Bei Flüssigkeitsmangel produziert der Körper weniger Speichel, und die Keime können sich ungestört ausbreiten.

 

Schweißfüße und die Neigung zu starkem Schwitzen sind weit verbreitet. Allein schon die Fakten lassen das erahnen: Die Drüsen an den menschlichen Füßen produzieren täglich bis zu einem viertel Liter Schweiß. Der Geruch entsteht aber erst dann, wenn die auf der Haut siedelnden Bakterien den Schweiß zersetzen. Der Rat der Experten: Füße täglich waschen, bei Bedarf auch öfter mit einem feuchten Tuch abreiben und anschließend gründlich abtrocknen. Wer zu Schweißfüßen neigt, sollte Strümpfe aus Baumwolle oder Wolle tragen, sie mindestens täglich wechseln und die Schuhe nach dem Tragen wenigstens einen Tag auslüften lassen.

 

Auch das Schwitzen am ganzen Körper ist keineswegs eine Krankheit. „Durch das Schwitzen reguliert der Mensch seinen Wärmehaushalt“, erklärt Christoph Schick vom Deutschen Hyperhidrosezentrum in München. Allerdings spielt diese körpereigene Klimaanlage bei manchen Menschen verrückt. Abhilfe schaffen frei verkäufliche Aluminiumchloridlösungen sowie verschiedene Arten von Bädern, bei denen per elektrischem Strom die Aktivitäten der Schweißdrüsen gehemmt werden. Ähnliche Erfolge lassen sich mit dem Nervengift Botox erzeugen, das die Nervenausläufer zu den Schweißdrüsen blockiert.

 

Im Fall von Blasenschwäche gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten, das Problem zu beheben. Klaus-Peter Jünemann, Direktor der Urologie-Klinik in Kiel, rät zu Gymnastik und Entspannungsübungen für den Beckenboden, aber auch eine medikamentöse Behandlung bis hin zu einem operativen Eingriff kämen in Frage. „Leider suchen nur 20 bis 30 Prozent der Betroffenen einen Arzt auf“, klagt Jünemann. Dabei ist Inkontinenz zunehmend verbreitet. Bei Frauen tritt sie vor allem während der Schwangerschaft und nach der Geburt auf, weil die Beckenbodenmuskulatur dann besonders belastet ist. Männer hingegen haben es vor allem nach einer Prostataoperation oftmals schwer, das Wasser zu halten.

 

Bleiben noch die Blähungen. Auch hier gilt der Grundsatz: Wer darunter leidet, hat keinen Grund sich zu schämen. Immerhin werden beim Verdauen einer durchschnittlichen Mahlzeit rund 15 Liter Gas durch die Darmflora produziert. Blähbäuche entstehen oft deshalb, weil man beim Essen auch Luft schluckt. Was tun? „Gut kauen und bei passender Gelegenheit bewusst aufstoßen“, sagt Udo Rabast, Chefarzt am St.-Elisabeth-Krankenhaus in Hattingen. In diesem Zusammenhang erinnert er daran, dass ballaststoffhaltige Rohkost und Vollkornprodukte zwar sehr gesund sind, „sie aber auch stark blähend wirken“. Der Mediziner rät dazu, das Gemüse lieber zu dünsten oder zu blanchieren.

 

Auch Rohkostverächter sind vor Blähungen nicht gefeit. Wer viel eiweißhaltige Nahrung isst, hat oft intensiv riechende Winde. Rabast empfiehlt deshalb, weniger Fleisch und Wurst, Fisch, Ei, Milchprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte zu verzehren. Wenn das alles noch nicht hilft und der Darm weiter rebelliert, gibt es zwei Möglichkeiten: ein ausgiebiger Spaziergang an der frischen Luft oder ein Tee aus Fenchel, Kamille oder Pfefferminze.

 

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juni-Ausgabe von Reader’s Digest ist ab 30. Mai 2005 an zentralen Kiosken erhältlich.

 

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