Stuttgart, 29. März 2004. Ein verantwortungsbewusster Fahrstil allein
garantiert keine sichere Fahrt. Das Magazin Reader's Digest Deutschland gibt
deshalb in seiner April-Ausgabe Tipps, wie jeder Einzelne das Unfallrisiko
vermindern kann. Die Kernbotschaft: Die regelmäßige Wartung in einem
Fachbetrieb ist die halbe Miete.
Schon beim Kauf eines Neuwagens sollte nicht an der Sicherheit gespart
werden. Während das Antiblockiersystem (ABS) in den meisten Fahrzeugen
mittlerweile Standard ist und im Notfall helfen kann, den Bremsweg um bis zu
20 Prozent zu reduzieren, sind Kopf- und Seiten-Airbags, aber auch das
Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) keineswegs immer Serie.
Verkehrsexperten raten trotzdem zu solchen Investitionen in die eigene
Sicherheit, auch wenn Zusatzausstattungen schnell über 350 Euro kosten
können.
Nicht kleckern, sondern klotzen heißt es auch, wenn es um die Sicherheit von
Kindern im Auto geht. So rät Volker Noeske von der
Sachverständigenorganisation DEKRA: "Nur Sitze kaufen, die nach der
aktuellen Norm (ECE 44-03) geprüft wurden." Wichtig sei vor allem, dass der
Sitz zum Alter und zum Gewicht des Kindes passt. Noeske: "Vor dem Kauf
sind Probeeinbau und Probesitzen unabdingbar." Der Grund: Das Kind muss
sich auch auf langen Fahrten im Sitz wohl fühlen und darf sich nicht ungewollt
losschnallen können.
Dass die Sicherheitsmaßnahmen Sinn machen, belegt die Statistik. Im Jahr
1970 wurden in Deutschland 21.332 Menschen im Straßenverkehr getötet, im
vergangenen Jahr waren es noch 6.606 - und das, obwohl es inzwischen
mehr als zweieinhalb Mal so viele Fahrzeuge wie damals gibt.
Trotzdem warnen die Experten davor, sich allein auf die eingebauten
Sicherheitssysteme zu verlassen. Der Fahrer oder die Fahrerin müssen auch
selbst ihren Beitrag leisten. Beispiel: die Reifen. Wer mit abgefahrenen Reifen
fährt, begibt sich genauso in Gefahr wie der, dessen Reifen zu wenig Luft
haben und die sich deshalb schnell erwärmen können. Bei der Profiltiefe hilft
ein einfacher Test mit der Ein-Euro-Münze: Wenn die gelbe Umrandung der
Münze nicht mehr komplett im Profil verschwindet, ist ein Reifenwechsel
angebracht. Grundsätzlich gilt: Spätestens nach sechs Jahren sollte man die
alten durch neue Reifen austauschen. Übrigens, wer mit abgefahrenen Reifen
fährt, riskiert im Falle eines Unfalls seinen Kaskoschutz.
Überhaupt sollte man regelmäßig mit seinem Wagen in die Werkstatt zum
Kundendienst kommen. So hat die DEKRA in einem bundesweiten
Feldversuch festgestellt, dass bei jedem dritten Wagen die Bremsflüssigkeit
zu alt war. Wichtig auch: Die Stoßdämpfer müssen intakt sein, garantieren
sie doch die optimale Funktion anderer Sicherheitssysteme wie ABS.
Es sind aber auch die Kleinigkeiten, mit denen jeder Verkehrsteilnehmer das
Unfallrisiko selbst senken kann. Angefangen bei sauberen Scheinwerfern -
schmutzige können schnell die Sichtweite dramatisch verringern - bis hin zur
Gefahr, die von voll beladenen Fahrzeugen ausgeht. Experten haben
berechnet, dass ungesicherte Gepäckstücke bei einer Kollision mit Tempo 30
bereits mit 15-facher Erdbeschleunigung durch den Wagen katapultiert
werden. Ein Straßenatlas oder ein Regenschirm, lose auf die Hutablage
gelegt, können da leicht zum Geschoss werden.
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die April-Ausgabe von Reader's Digest ist ab
sofort an zentralen Kiosken erhältlich.
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