Stuttgart, 19. Februar 2004. Ein guter Hausarzt hat Zeit für Gespräche, ist
Partner und nicht Lehrer seiner Patienten, hat die Gesundheit - nicht nur die
Erkrankung - im Blick, macht bei ihnen routinemäßig Vorsorgeuntersuchungen und ist diskret im Umgang mit persönlichen und medizinischen Daten. Das
sind die wichtigsten Eckpunkte einer Checkliste ("Was der Arzt tun sollte,
damit er Ihr Vertrauen verdient."), die das Magazin Reader's Digest
Deutschland in seiner März-Ausgabe veröffentlicht.
Durch die Gesundheitsreform wird der Hausarzt an Bedeutung gewinnen. Er
soll, so ist es der Wille der Politik, erster Ansprechpartner und steuernder
Lotse im Krankheitsfall sein - gerade auch dann, wenn es um die
Überweisung zum Facharzt und andere Behandlungsmethoden geht. Das
Problem: Zwar gibt es rund 50.000 Allgemeinärzte in Deutschland,
Kontrollmechanismen oder regelmäßige Qualitätsprüfungen fehlen aber
weitgehend.
Reader's Digest gibt deshalb Anhaltspunkte, mit deren Hilfe sich überprüfen
lässt, wie gut ein Hausarzt wirklich ist. Ganz wichtig: Er muss Zeit haben für
seine Patienten. Deshalb sollte er nicht nur ihren Körper, sondern auch den
familiären und persönlichen Hintergrund des Einzelnen kennen. Fragen wie
"Haben Sie Stress im Beruf?" oder "Was macht die Familie?" sind notwendig,
weil vertrauensbildend. Dazu passt auch diese Frage: Gibt der Arzt dem
Patienten das Gefühl, mit ihm zusammenzuarbeiten, oder hält er stur an
seinen medizinischen Prinzipien fest?
"Mediziner haben häufig im Hinterkopf, mit welchen Methoden sie einen
kranken Körper behandeln können und vergessen darüber, dass in diesem
Körper ein Mensch steckt, der Gefühle hat", sagt die Leipziger
Gesundheitswissenschaftlerin Gesine Grande. Die Statistik belegt diese
Aussage: Experten gehen davon aus, dass psychische und soziale Probleme
bei jedem dritten Patienten eines Allgemeinarztes die Beschwerden
wesentlich mit verursachen.
Ein guter Hausarzt zeichnet sich deshalb auch durch seine vorbeugende
Tätigkeit aus. Stichwort Fitness. Vittoria Braun, Direktorin des Lehrstuhls für
Allgemeinmedizin an der Charité Berlin, räumt ein: "Unser Gesundheitswesen
ist von seiner Art und Weise eher ein Krankheitswesen. Statt zu schauen,
was einen Menschen gesund erhält, wird der Fokus viel zu häufig auf das
gerichtet, was ihn krank macht."
Die richtige Alternative: Einem Patienten, der zum Beispiel Herzinfarkt
gefährdet ist oder der zu viel raucht, sollte der Arzt einen individuellen
Gesundheitsplan aufstellen: Kann er sich zwei längere Spaziergänge pro
Woche vornehmen? Kann er den Zigarettenkonsum allmählich drosseln?
Kann er sich gesünder ernähren? Empfehlung von Vittoria Braun:
"Entscheidend ist, dass die Patienten motiviert werden mitzumachen."
Dazu gehört auch, dass der Arzt routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen
betreibt und auf Früherkennungsmaßnahmen hinweist. Ein Hausarzt, der mit
seinen Patienten noch nie über Themen wie Krebs, Diabetes sowie Nieren-
und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesprochen hat, unterlässt eine wichtige
Aufgabe. Auch hier sind die Zahlen eindeutig: Die Teilnahmerate an den
Krebsfrüherkennungsuntersuchungen liegt bei Männern bislang nur bei 22,6
Prozent, bei Frauen rangiert sie bei 36,5 Prozent.
Und noch eines sollte man beachten: Ein Hausarzt ist auch dann ein guter
Hausarzt, wenn die Wartezeit nicht länger als eine halbe Stunde dauert
(dann hat er seine Praxis gut organisiert), und wenn alle persönlichen und
medizinischen Daten diskret verwaltet werden. Wer bei der Anmeldung oder
im Wartezimmer vor anderen Patienten Fragen hört wie "Herr Maier, haben
Sie schon einen Termin für die Darmspiegelung?", der muss befürchten, dass in dieser Praxis der Datenschutz nicht gewährleistet ist.
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir
Ihnen gerne zur Verfügung. Die März-Ausgabe von Reader's Digest
ist ab dem 23. Februar 2004 an zentralen Kiosken erhältlich.
Die Pressemitteilung sowie den vollständigen Artikel aus der März-Ausgabe
schicken wir Ihnen gerne per E-mail als Word- bzw. pdf-Datei.
Kontakt:
Reader's Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH, Öffentlichkeitsarbeit,
Augustenstr. 1, D-70178 Stuttgart, Tel. +49 (0)711 / 6602-521,
Fax +49 (0)711 / 6602-160
E-Mail: presse@readersdigest.de

