Stuttgart, 27. Juni 2010. Cat Stevens war einer der populärsten Popmusiker weltweit. Im Jahr 1977 konvertierte er zum Islam, seither nennt er sich Yusuf Islam. Im Gespräch mit dem Magazin Reader’s Digest (Juli-Ausgabe) gewährt der 61-Jährige nun ungewöhnliche Einblicke in sein Leben und schildert, wie eine Welle im Jahr 1976 seinen Alltag und seinen Glauben grundlegend veränderte. Er sei damals mit einem Freund am Strand von Malibu (US-Bundesstaat Kalifornien) gewesen und habe Lust aufs Schwimmen gehabt. „Plötzlich geriet ich in unruhige See und hatte nicht mehr die Kraft, zurück zum Ufer zu schwimmen“, erinnert sich der Musiker. „Da fasste sich mein Glaube ein Herz, und ich rief: ‚Gott! Rette mich, und ich werde für dich arbeiten.’ In dem Moment trug mich eine Welle sicher ans Ufer. Ich habe das als eine zweite Chance begriffen.“

 

Schon ein Jahr nach dieser Erfahrung konvertierte Stevens zum Islam, ein weiteres Jahr später änderte er seinen Namen. Vor allem das regelmäßige Lesen im Koran habe ihn damals geprägt: „Das war eine Offenbarung, so tiefgründig, und ich begann, die Lehren in meinem eigenen Leben zu befolgen. Je mehr ich mein Verhalten änderte, desto erstaunlicher wurde mein Leben“, sagt er in Reader’s Digest. Seit dem Übertritt zum Islam habe er „einen Seelenfrieden, den ich noch heute empfinde“.

 

In der Folgezeit stand für ihn nicht mehr die Musik im Mittelpunkt des Lebens, stattdessen widmete er sich Erziehungsfragen und Wohlfahrtsarbeit. „Mir wurde bewusst, dass ich die Möglichkeit hatte, Kinder zu fördern und sie mit Herz und Geist zu erziehen.“ Einen besonders großen Stolz empfand er, als seine erste muslimische Schule subventioniert wurde. „Ich habe überlegt, wie man die Kluft der Wahrnehmung des Islam zwischen Ost und West überbrücken kann.“

 

Cat Stevens hatte einst von seinem Vater acht Pfund für den Kauf seiner ersten Gitarre erhalten. Nach seiner ersten Plattenaufnahme im Jahr 1966 eilte der Brite in den Folgejahren weltweit von Erfolg zu Erfolg, ehe er sich zum religiös motivierten Rückzug aus dem Rampenlicht entschloss. Es dauerte fast 30 Jahre, bis sich Yusuf Islam zum Comeback entschied und seine alte Liebe zum Singen wieder entdeckte: „Ich spürte, die Zeit ist reif für meine Rückkehr zur Musik.“

 

Seit 2006 hat er zwei neue Alben – An Other Cup und Roadsinger – herausgebracht. „Es gibt zwar eine sehr konservative muslimische Auffassung über die Gefahren der Musik – dabei geht es um die Kunst selbst –, aber ich halte Musik für etwas Natürliches und Schönes“, lautet seine Begründung.

  

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur  Verfügung. Die Juli-Ausgabe von Reader’s Digest Deutschland ist ab 28. Juni an zentralen Kiosken erhältlich.