Stuttgart, 25. November 2008. Ältere Arbeitnehmer sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt wieder zunehmend gefragt. „Die Zeit des absoluten Jugendwahns scheint sich dem Ende zuzuneigen“, berichtet Frauke Wille, Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit, gegenüber dem Magazin Reader’s Digest. Demnach sank die Zahl der Arbeitslosen ab 45 Jahren zwischen Juli 2005 und Juli 2008 um 530.000 auf jetzt 1,2 Millionen Menschen. „Die Firmen suchen verstärkt Fachkräfte und sind immer häufiger auch aufgeschlossen gegenüber älteren Mitarbeitern“, so Wilke. Das Magazin Reader’s Digest gibt deshalb in seiner Dezember-Ausgabe wichtige Tipps für die richtige Bewerbung und zeigt auf, wie man auch im Alter ab 40 gezielt die passende Stelle suchen und finden kann.

 

Grundsätzlich gilt: Wer länger arbeitslos war oder als Elternteil wegen der Erziehung der Kinder für eine Weile mit dem Beruf pausiert hat, sollte sich eine Strategie erarbeiten. Eine Standardbewerbung macht wenig Sinn, sondern es sollte je nach Stellenausschreibung eine individuelle Bewerbung mit dem kompletten beruflichen Werdegang sein. Wichtig sind in diesem Zusammenhang ein neues Foto und ein aktualisierter Lebenslauf, in dem auch Tätigkeiten während der Zeit als Hausfrau oder Hausmann aufgeführt sind – z. B. das ehrenamtliche Engagement im Verein, im Kindergarten oder in der Schule.

 

Personalexperten wissen es zu schätzen, wenn sich jemand im Management der Familie bewährt hat, wenn er oder sie also teamfähig ist, Stress aushält, Organisationstalent hat und wirtschaftlich haushalten kann. „Mit diesem Pfund sollten Frauen mehr wuchern. Sie sollten dem Arbeitgeber selbstbewusst klarmachen, dass sich ihre Einstellung rechnen wird“, betont Ulrike Wenner, Leiterin des Stabes „Chancengleichheit am Arbeitsmarkt“ bei der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf.

 

Wichtig ist für Widereinsteiger aber auch die eigene Fortbildung. „Die Familienphase ist ein Karrierebruch für Frauen – und auch für Männer, wenn sie sich darauf einlassen“, weiß Anne Meuer-Willuweit von „Women on top“, einem Verband für weibliche Führungskräfte. Deshalb sei es wichtig, sich auf die Rückkehr in den Beruf entsprechend intensiv vorzubereiten.

 

So sollte man weiterhin regelmäßig Fachzeitschriften lesen, Weiterbildungskurse belegen, den ehemaligen Arbeitgeber mal besuchen und – falls möglich – eine Urlaubsvertretung übernehmen oder einen Job in einer Zeitarbeitsfirma antreten. „Bei der Bewerbung ist es wichtig, den Firmen zu zeigen, dass Sie up to date sind“, rät Meuer-Willuweit.

 

Ältere Menschen, die wieder arbeiten wollen oder können, müssen sich also nicht verstecken. Immer mehr Personalsachbearbeiter setzen wieder auf die berufliche Erfahrung, auf Urteilsvermögen, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein – alles Faktoren, die im Alter eher zu- als abnehmen.

 

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Dezember-Ausgabe von Reader’s Digest Deutschland ist ab sofort an zentralen Kiosken erhältlich.

 

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