Stuttgart / Ludwigsburg, 29. April 2008. Der Verkaufserfolg der DVD Hänsel und Gretel Märchenwald, auf der prominente Persönlichkeiten wie Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Lieblingsmärchen vorlesen, hat für die Polizeidirektion Ludwigsburg einen ganz praktischen Nutzen: Einen Teil des Erlöses überwies Reader’s Digest an die Stiftung Hänsel+Gretel, die damit ein kindgerechtes Video-Anhörungszimmer bei der Polizeidirektion Ludwigsburg finanziert hat. Am Dienstag, 29. April ist das Zimmer offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Derzeit stehen für Baden-Württemberg noch drei Zimmer aus. Dann wird Baden-Württemberg das erste Bundesland sein, in dem es diese Einrichtung flächendeckend gibt.

 

„Mit dem Video-Anhörungszimmer bieten sich der Polizeidirektion Ludwigsburg neue Möglichkeiten, kindliche Opfer und Zeugen schonend zu befragen und diese Aussagen auch gerichtsverwertbar aufzuzeichnen. Dies beugt einer weiteren Traumatisierung der Betroffenen vor und hilft uns bei der professionellen Durchführung der Ermittlungen“, so der Leitende Polizeidirektor und Chef der Polizeidirektion Ludwigsburg, Frank Rebholz. „Es freut uns besonders, dass über die Stiftung Hänsel+Gretel mit dem Verlags- und Direktmarketingunternehmen Reader´s Digest ein Sponsor aus der freien Wirtschaft gefunden werden konnte, dem die Nöte von jungen Opfern im Strafverfahren bewusst sind und der sich hier engagiert.“

 

"Die Stiftung Hänsel+Gretel und ihre Arbeit verdienen höchste Anerkennung. Die Stiftung hilft Kindern in ganz Deutschland, dass sie besser und sicherer leben können. Und dies auch hier vor Ort in Ludwigsburg: Das neue kindgerechte Video-Anhörungszimmer ist ein ganz konkreter Beitrag dazu", sagte Werner Neunzig, Managing Director und Geschäftsführer von Reader's Digest Deutschland, Schweiz, Österreich. "Das soziale Engagement und damit auch das Ehrenamt zu fördern, gehört zur Unternehmensphilosophie von Reader's Digest. Es geht bei Reader's Digest nicht nur ums Nehmen, sondern auch ums Geben. Nur wenn sich ein Unternehmen mit seiner Umwelt vernetzt, so dass eine Wechselbeziehung entsteht, kann es auf Dauer erfolgreich bestehen", so Neunzig weiter.

 

Das Video-Anhörungszimmer ermöglicht es, Kinder in einer angenehmen Umgebung schonend zu befragen und gleichzeitig die Befragung aufzunehmen, so dass die Aufzeichnung später in einer Gerichtsverhandlung verwertet werden kann. „Dies trägt weiter dazu bei, dass das Kind nicht nochmals zu den teils traumatisierenden Vorkommnissen in einer fremden und für Kinder vermutlich unbehaglichen Umgebung eines Gerichtssaals vernommen werden muss,“ erläuterte Kriminaloberrat Volker Zaiß die Vorteile. Darüber hinaus können die Aufzeichnungen in einem Gerichtsverfahren auch zur psychologischen Begutachtung herangezogen werden, wenn es um Körpersprache oder Verhaltensmuster geht. Bei einer gerichtsverwertbaren Aufzeichnung der Befragung in Video-Anhörungszimmern kann daher die Befragung in vielen Fällen auf eine einmalige Schilderung reduziert werden.

 

Das kindgerechte Video-Anhörungszimmer besteht im Grunde aus drei Räumen: zum einen aus dem eigentlichen Anhörungszimmer, in dem sich neben zwei Kameras auch kindgerechte Möbel und Spielsachen befinden, und zum anderen aus einem Technikraum mit den Aufzeichnungsgeräten. Der dritte Raum dient dazu, einen direkten Kontakt zwischen mutmaßlichem Täter und Opfer zu vermeiden. Dieser Raum ist bei einer richterlichen Vernehmung für den Beschuldigten und seinen Rechtsbeistand vorgesehen, denen der Gesetzgeber ein Anwesenheitsrecht einräumt. Der Raum ist vom kindgerechten Anhörungszimmer soweit entfernt, dass Beschuldigter und Opfer nicht zusammentreffen können.

 

Kriminaloberrat Zaiß: „Ich wünsche mir zwar, dass wir das kindgerechte Video-Anhörungszimmer nur selten nützen müssen – denn jede Nutzung deutet auf eine Straftat gegen Kinder hin. Dennoch begrüße ich es, dass wir technisch in der Lage sind, im Ernstfall auf eine solche Einrichtung zurückgreifen zu können, um die Belastungen für Opfer von Straftaten so gering wie möglich zu halten. Ich danke allen Beteiligten und hier insbesondere der Stiftung Hänsel+Gretel sowie dem Verlags- und Direktmarketingunternehmen Reader’s Digest für seinen Einsatz bei der Realisierung dieses wichtigen Projekts.“

 

Der Verkaufserfolg der DVD Hänsel und Gretel Märchenwald machte es möglich: Die von Reader’s Digest produzierte DVD hat die Verkaufserwartungen deutlich übertroffen. Bereits im Jahr 2006 konnte Reader’s Digest 9.000 Euro an die Stiftung Hänsel + Gretel überweisen, im Jahr 2007 folgten 5.000 Euro. Jerome Braun, Geschäftsführer der Stiftung Hänsel+Gretel mit Sitz in Karlsruhe: „Wir freuen uns sehr über diese Zuwendung, denn nur durch das Engagement ihrer Förderer kann eine Stiftung wie Hänsel+Gretel ihre Projekte zum Schutz von Kindern umsetzen.“

 

Der „Hänsel und Gretel Märchenwald“, in dem die Prominenten ihre schönsten Märchen für Kinder vortrugen, war seinerzeit eigens direkt am Reichstagsgebäude in Berlin installiert worden. Zu den prominenten Persönlichkeiten, die dabei ihre Lieblingsmärchen zu Gunsten der Stiftung Hänsel+Gretel vorgelesen haben, zählten neben der Bundeskanzlerin auch Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Die schönsten Märchen, zum Teil gelesen aus dem Reader's Digest-Märchenbuch, wurden dann auf eine DVD eingespielt, die erstmals in der Vorweihnachtszeit 2005 auf den Markt kam. Seitdem gingen von jeder verkauften DVD 3,50 Euro an die Stiftung Hänsel + Gretel.

 

Zur Stiftung Hänsel+Gretel: Die Stiftung ist mit dem DZI-Spendensiegel zertifiziert und wurde 1997 gegründet. Seitdem initiiert und unterstützt sie Kinderschutzprojekte in ganz Deutschland, die dem sexuellen Missbrauch von Mädchen und Jungen vorbeugen sowie Opfern helfen.

 

Kontakt Polizei Ludwigsburg:

Polizeidirektion Ludwigsburg

Öffentlichkeitsarbeit, Joachim Geier

Friedrich-Ebert-Straße 30, 71638 Ludwigsburg

Telefon 07141 / 18-9, Fax 07141 / 18-5015 E-Mail: polizeidirektion-ludwigsburg@t-online.de

 

Kontakt Stiftung Hänsel+Gretel:

Stiftung Hänsel + Gretel, Jerome Braun (Geschäftsführer)

Veilchenstraße 23, 76131 Karlsruhe

Tel. 0721 / 94 319-22, Fax 0721 / 94 319-24 E-mail: j.braun@haensel-gretel.de

 

Kontakt Reader’s Digest:

Reader’s Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH

Öffentlichkeitsarbeit, Uwe Horn

Augustenstraße 1, D-70178 Stuttgart

Tel. 0711 / 6602-521, Fax 0711 / 6602-160 E-Mail: presse@readersdigest.de